Katzenstreu statt Haschisch: Drogendealer mit skurriler Geschichte im Prozess

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Mehrere Kilogramm Drogen soll ein 28-jähriger Dealer aus Hamm verkauft haben. Mit einer skurrilen Geschichte wollte er sich nun vor dem Landgericht Dortmund rausreden.

Dortmund

, 21.04.2020, 16:32 Uhr / Lesedauer: 1 min

Das Dortmunder Landgericht hat einen 28-jährigen Dealer aus Hamm zu vier Jahren Haft verurteilt. Die Menge der Drogen, die durch seine Hände gegangen sein sollen, ist beachtlich. Im Urteil ist von zwölf Kilo Marihuana, 27 Kilo Ecstasy-Tabletten und 32 Kilo Amphetamin die Rede.

Vor allem die Herkunft des illegalen Aufputschmittels hatte in dem Prozess breiten Raum eingenommen. Denn der Angeklagte erzählte dazu eine reichlich skurrile Geschichte. Eigentlich habe er bei seinen Drogenlieferanten in Dortmund mehrere Kilo Haschisch bestellt gehabt. 16.500 Euro habe er dafür gezahlt und damit seine gesamten Ersparnisse aufgebraucht.

Mit Katzenstreu über den Tisch gezogen

Nachdem er zu Hause die eingeschweißten Pakete jedoch aufgemacht habe, habe ihn fast der Schlag getroffen. „Die hatten mich abgezogen und mir Katzenstreu untergejubelt“, sagte der 28-Jährige den Richtern.

Tatsächlich sei es ihm später jedoch gelungen, seine Lieferanten zum Einlenken zu bewegen. Statt Haschisch hätten die aber nur noch 32 Kilo Amphetamin vorrätig gehabt. „Dann habe ich halt die genommen.“

Landgericht setzte den Haftbefehl vorerst außer Vollzug

Ob die Richter diese Geschichte geglaubt haben, spielte am Ende der Verhandlung keine Rolle. Immerhin hatte der Angeklagte ja eingeräumt, das Rauschgift angenommen zu haben, um es mit Gewinn weiterzuverkaufen.

Für ihn gab es nach dem Urteil aber doch noch wenigstens einen kleinen Grund zum Aufatmen. Das Landgericht setzte den Haftbefehl vorerst außer Vollzug und genehmigte dem 28-Jährigen wenigstens ein paar Wochen bei seiner Familie, ehe er wieder ins Gefängnis muss.

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