Kaskampstraße in Südkirchen: Ärger über das Nadelöhr für Fußgänger

dzFehlender Fußweg

Auf der Kaskampstraße kommen sich Autos und Fußgänger teils sehr nahe. Das hat mehrere Gründe und wird durch das Tempo verschärft. Anwohner Thomas Quante hätte eine praktische Lösung parat.

Südkirchen

, 17.08.2020, 20:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Viele Südkirchener nutzen die Kaskampstraße gerne als direkte Verbindung von der Unterstraße zum Dorfkern - zur Oberstraße, wo die Fleischerei Angelkort ist, in der Verlängerung zur Kindertagesstätte St. Pankratius oder dem K+K-Markt. Was für die Einen aber eine willkommene Abkürzung, ist für die Anwohner hingegen eine teils große Belastung. Das hat auch damit zu tun, wie die Kaskampstraße angelegt ist.

Neu ist das Problem nicht. „Das begleitet mich schon seit Jahren“, sagt Thomas Quante (56), der seit Jahrzehnten an der Kaskampstraße wohnt. Zu dem Gesamtproblem tragen mehrere Faktoren bei. Gerade zu den Stoßzeiten - also morgens zum Beginn und nachmittags zum Ende von Schule und Kindergarten - sei viel los auf der Straße, berichtet Thomas Quante. Vor allem seien dann, wenn auch viele Südkirchener zur Arbeit fahren, viele Autos auf dieser Nord-Süd-Verbindung unterwegs.

Dass hier Tempo 30 gilt, würden viele Autofahrer aber nicht bemerken oder ignorieren, so Quante weiter.

Anwohner Thomas Quante wünscht sich bessere Hinweise auf das Tempo-30-Limit auf der Kaskampstraße. Viele Autofahrer seien zu schnell unterwegs und Fußgänger hätten nur wenig Platz entlang der Straße, sagt Quante.

Anwohner Thomas Quante wünscht sich bessere Hinweise auf das Tempo-30-Limit auf der Kaskampstraße. Viele Autofahrer seien zu schnell unterwegs und Fußgänger hätten nur wenig Platz entlang der Straße, sagt Quante. © Karim Laouari

Lange muss man sich als Beobachter nicht an den Straßenrand stellen, um Quantes Beobachtung bestätigt zu bekommen. Bei einigen Autofahrern sagt einem das subjektive Empfinden, dass sie schneller als 30 Kilometer pro Stunde fahren. Das könnte auch damit zusammenhängen, dass die Kaskampstraße eher autofreundlich ausgebaut ist - zum Nachteil der Fußgänger. Der Großteil der Straße ist gerade gezogen, Hindernisse gibt es nur auf einer Seite, wo ein Parkstreifen angelegt ist. Der Zwang abzubremsen, ergibt sich kaum.

Wechselt man die Perspektive, muss man sich als Fußgänger mit einem einseitig angelegten, schmalen Gehweg begnügen. Dieser endet kurz vor dem Anschluss an die Oberstraße, sodass Fußgänger das letzte Stück auf der Straße laufen müssen. Hier kommen sich Fußgänger und Autofahrer also gezwungenermaßen in die Quere.

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Die nächste Problemstelle sieht Thomas Quante dort, wo der kleine Fußweg zwischen Eichendorffstraße und Kaskampstraße endet. Hier seien zwar bereits vor Jahrzehnten Hindernisse angebracht worden, damit zum Beispiel Kinder mit ihren Fahrrädern abbremsen müssen, bevor sie die Kaskampstraße Richtung Pankratiusweg überqueren. Allerdings seien gerade kleine Kinder für Autofahrer an dieser Stelle schlecht erkennbar, argumentiert Quante.

Ein großer Umbau der Kaskampstraße sei aus seiner Sicht gar nicht nötig, sagt Quante in Richtung der Gemeindeverwaltung. „Markierungen auf der Straße würden schon reichen“, ist der 56-jährige Südkirchener sicher. So wäre es seiner Meinung nach schon ausreichend, wenn an beiden Enden der Kaskampstraße ein Tempo-30-Schriftzug auf die Fahrbahn aufgetragen werden würde. Ebenfalls mit einer Fahrbahnmarkierung könnten Autofahrer auf den kreuzenden Fußweg aufmerksam gemacht werden, sagt Quante.

An der Einmündung der Kaskampstraße in die Oberstraße wird es für Fußgänger unübersichtlich: Sie müssen auf einem Stück von nur wenigen Metern Straße im Zickzack die Straßenseite wechseln, um den Fußweg zu nutzen. So oder so gibt es entlang eines Stücks der Kaskampstraße gar keinen Fußweg.

An der Einmündung der Kaskampstraße in die Oberstraße wird es für Fußgänger unübersichtlich: Sie müssen auf einem Stück von nur wenigen Metern Straße im Zickzack die Straßenseite wechseln, um den Fußweg zu nutzen. So oder so gibt es entlang eines Stücks der Kaskampstraße gar keinen Fußweg. © Karim Laouari

Ist diese - aus Sicht der Anwohner - praktikabelste Lösung auch eine, die die Verwaltung für umsetzbar hält? Zumindest wäre sie nicht ausgeschlossen, macht Bauamtsleiter Josef Klaas auf Anfrage dieser Redaktion deutlich. Allerdings habe die Gemeinde die Aufgabe, nicht nur auf eine Straße in Südkirchen zu blicken, sondern auf sämtliche Straßen im Gemeindegebiet. Deshalb wäre es nötig, problematische Stellen, wie die von Thomas Quante beschriebene, zu sammeln und zusammenzufassen. Wenn man bei den Hinweis-Markierungen auf den Fahrbahnen bleibe, müsse man insgesamt prüfen, wo sie nötig wären und wie viel die Umsetzung kosten würde, so Klaas. Etwas Farbe auf dem Asphalt wäre allerdings nicht die Variante, die der Bauamtsleiter bevorzugen würde. Die Farbe werde zu schnell von Autos abgetragen, argumentiert Klaas. Hier müsse eher eine mit einem speziellen Heizverfahren aufgebrachte Markierung her, die ein spezialisiertes Unternehmen auftragen müsse.

Dass es solche Markierungen bislang in der Gemeinde kaum gebe, habe auch damit zu tun, dass in der Vergangenheit entschieden worden sei, nur mit Verkehrsschildern auf das Höchsttempo hinzuweisen. „Das muss aber nicht so bleiben“, macht der Bauamtsleiter deutlich.

Ausbau der Fußwege-Verbindung in den Dorfkern

  • Die Fußwegverbindungen zwischen Elisabeth-Ernst-Straße, Wagenfeldstraße und in der Verlängerung dem Pankratiusweg bis zum Kirchplatz ist nicht nur für viele Südkirchener wichtig, auch die Gemeinde wisse um den Stellenwert - gerade für Schulkinder - dieser West-Ost-Achse, macht Bauamtsleiter Josef Klaas deutlich.
  • Zwischen Pankratiusweg und Oberstraße verläuft der Weg allerdings zwischen den Grundstücken im reinsten Zick-Zack. Um diese Situation etwas zu begradigen hat die Gemeinde bereits die Ecke eines anliegenden Grundstücks gekauft und den Platz dort für Fußgänger und Fahrradfahrer verbreitert.
  • Das sei bei drei weiteren Grundstücken in Planung, sagt Josef Klaas.
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