Im Kampf gegen Elterntaxis haben sich zwei Dortmunder Schulen jetzt zusammengetan

dzElterntaxis

Zwei Schulen, ein Problem: Weil Elterntaxis ihre Schüler gefährdet haben, haben sich die Schulleiter an die Bezirksvertretung gewandt. Die Lösung ist jetzt nah - und sie ist ganz einfach.

Nordstadt

, 20.09.2019, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Beim Stichwort „Elterntaxi“ platzt so manchem Schulleiter mittlerweile automatisch die Hutschnur. Mütter und Väter, die ihre Kinder im Auto bis kurz vor das Schultor bringen, gefährden nämlich dabei diejenigen Kinder, die den Weg zu Fuß oder mit dem Fahrrad machen.

Am Helmholtz-Gymnasium und an der Albrecht-Brinckmann-Grundschule ist das nicht anders. Und das Problem wird verschärft durch einen Knick, an dem zwei Straßen, die Scheffelstraße und die Erwinstraße, aufeinandertreffen. Denn die Ecke wird von den Eltern gern zum Halten benutzt, um die Kinder ein- und aussteigen zu lassen. Fazit: rückwärtsfahrende Autos, Rückstau. Das ist gefährlich.

Im Kampf gegen Elterntaxis haben sich zwei Dortmunder Schulen jetzt zusammengetan

Hier gibt es demnächst eine Einbahnstraßenregelung. Wie genau die verläuft, wird sich noch herausstellen. © Martina Niehaus

Und deshalb haben sich die Schulleiter bereits vor Monaten zusammengetan: Dr. Dirk Bennhardt (55) leitet das Helmholtz-Gymnasium. Tobias Lammert (45) ist der neue Schulleiter der Albrecht-Brinkmann-Grundschule. „Eigentlich hatte mein Vorgänger Martin Nölkenbockhoff die Aktion angestoßen“, betont er. Doch auch Lammert sieht die tägliche Gefahr für die Jungen und Mädchen.

Im Kampf gegen Elterntaxis haben sich zwei Dortmunder Schulen jetzt zusammengetan

Halteverbotszonen? Straßenmarkierungen? Werden von den meisten Eltern nicht beachtet. © Martina Niehaus

Rückendeckung bekommen die Schulleiter bei ihrer Bezirksvertretung. „Es hat mehrere Ortstermine gegeben, bei denen man sich die Sache gemeinsam angeschaut hat“, erinnert sich Bezirksbürgermeister Dr. Ludwig Jörder. Die Erkenntnis der Politiker nach diesen Terminen: Hier muss sich ganz dringend etwas ändern.

Einbahnstraßenregelung soll den Verkehr entzerren

Und das wird jetzt offenbar in Form einer Einbahnstraße geschehen. Franz Swaton vom Tiefbauamt hat nämlich auf der Bezirksvertretung Nord vor Kurzem erklärt: „Eine Einbahnstraßenregelung werden wir demnächst umsetzen.“ Die Einfahrt in die Scheffelstraße würde dann nur noch über die Erwinstraße erfolgen. „Wenn man die Uhlandstraße nach Süden befährt, biegt man nach links in die Erwinstraße ab“, erklärte Swaton auf der Bezirksvertretung am 11. September im Dietrich-Keuning-Haus. Eine Zufahrt in die Scheffelstraße wäre also über die Haydnstraße nicht mehr möglich.

Im Kampf gegen Elterntaxis haben sich zwei Dortmunder Schulen jetzt zusammengetan

In dieser Fahrtrichtung soll es für Autofahrer künftig nicht mehr möglich sein, zu den Schulen vorzufahren. © Martina Niehaus

Diese Aussicht freut die Schulleiter. „Es ist jeden Morgen sehr extrem, weil die Autos von beiden Seiten kommen“, sagt Dr. Bennhardt. „Und die Schulwegsicherheit ist uns einfach wichtig, gerade für die jüngeren Schüler. Wir haben mit dieser Lösung nicht gerechnet, und ich finde das großartig.“

Tobias Lammert ergänzt: „Wir freuen uns sehr, haben aber trotzdem zusätzlich einen Verkehr-Kümmerer. Der ist uns netterweise von der Stadtteilschule bereitgestellt worden.“ Der Mann mit gelber Weste passt zu den Stoßzeiten auf. „Er guckt, dass das in geordneten Bahnen abläuft“, sagt Tobias Lammert.

Jetzt warten beide Schulleiter gespannt auf die Einbahnstraßenschilder. Wann genau es soweit sein wird, hatte Swaton in der Bezirksvertretung nämlich noch nicht gesagt.

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