Juxiger Ritt von Hit zu Hit

Herbert Knebels Affentheater

"Wir sind von beinharte Fans angesprochen worden: Die Show ist gut, abba lasst doch mal die Scheiß-Musik weg! Okay, hamma gesagt. Dann machen wir ’ne Show nur mit Musik, Rocken bis qualmt!" Herbert Knebel ist der Silberrücken vom "Affentheater" und stimmt uns auf das neue Programm ein.

ESSEN

, 02.07.2017, 14:52 Uhr / Lesedauer: 2 min
Juxiger Ritt von Hit zu Hit

Am Ende der Show badeten Herbert Knebel (in der Montur von „Elfis“ Presley) und seine Mitstreiter im Applaus.

Das startet mit dem Schunkel-Boogie von Status Quos "Whatever You Want", in bewährter Manier mit neuem Text versehen: "Watt immer jetz kommt, ihr habt et gewollt. Ihr seid ja mit dem Pkw hierher gerollt. Watt immer ihr hört, wat immer ihr seht. Et is keine Fatta Morgana, et is Realität!"

Im Pavillon des Essener Grugaparks spielten Knebel und Co. am Freitag den Auftakt zur neuen Tour, und es wurde ein juxiger Ritt von Hit zu Hit.

Comedy-Rock

"Rocken bis qualmt" bringt Comedy-Rock, wie Freunde des "Affentheaters" ihn lieben, verballhornte Titel der Kinks, der Beatles, der Troggs, Nummern von Tom Petty, Chuck Berry, Deep Purple, AC/DC, aber auch Hits, die das Quartett um Knebel im Repertoire hat, weil Bläser ihnen den rechten Duft verleihen.

Das Affentheater hat sich mit Henjek (Posaune) und Stenjek (Trompete) verstärkt, sonst mit den Popolskis unterwegs. "Papa war bei’n Rolling Stones" oder das Beach Boys-Cover "Mach et nochmal" ("Do It Again") blühen durch Bläsersätze erst richtig auf, klingen voller, runder und lieblicher. Eine gute Idee, den klassischen Trio-Sound der Band durch die Popolskis aufzupeppen.

Launige Possen

Sonst bleibt alles beim Alten. Ja, der Wortanteil von Chefkasper Herbert wurde abgespeckt, aber die Truppe wäre schlecht beraten, ganz darauf zu verzichten. Knebels launige Possen sind das Sahnehäubchen auf der Musik und fungieren als Anmoderation und Übergang zum nächsten Stück.

Der Witz von "Rentner Love" ("Radar Love") erschließt sich eben erst, wenn Herbert das Szenario ausmalt: Er fährt durch die Nacht, spitz wie Lumpi, weil daheim die Guste schon ganz "rattig" auf der Kaltschaum-Matratze wartet.

Versierte Musiker

Versierte Musiker rocken den Pavillon: Gitarrengott Ozzy Ostermann (optisch ein Karlsson vom Dach) macht den "Duckwalk", haut feixend das Mörderriff von "Highway To Hell" raus. Bassist Ernst Pichl sieht aus wie ein verkniffener Buchhalter, der Trainer trommelt und fiepst.

Knebel ist das singende Alphamännchen - großes Hallo, als er zum Finale im Glitzerdress von "Elfis" erscheint, "Suspicious Minds" mit "Ganz in Weiß" vermischt und dabei tremoliert wie der King. Kichern, Jubel, glänzende Augen beim Publikum. Danke, hat Spaß gemacht!

Termine: 1./2. 9. Mülheim, 16.9. Unna, 23.9. Bochum, 14.10. Castrop-Rauxel, 8./9. 11. Dortmund, 17.11. Hamm.