Jim Knopf und die Wilde 13: Abenteuer-Spaß für die kleinen Kino-Fans

dzFilm-Kritik

„Jim Knopf und die Wilde 13“ startet im Kino. Der zweite Teil der Augsburger-Puppenkiste-Adaption ist ein kinderfreundliches Fantasy-Stück, abenteuerlicher als der Vorgänger von 2018.

Dortmund

, 29.09.2020, 17:26 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit 25 Millionen Euro wurde „Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer“ (2018) einer der teuersten deutschen Filme überhaupt. Zwei Millionen Zuschauer waren nicht überragend, reichten aber für den Jahres-Spitzenplatz unter heimischen Produktionen.

Jetzt legt Regisseur Dennis Gansel nach und bringt mit dem bewährten Team „Jim Knopf und die Wilde 13“ auf die Leinwand. Dramaturgisch fällt der zweite Kinostreich prickelnder aus als sein Vorläufer, es steckt mehr Abenteuerflair drin, die Effekte der Tricktüftler spielen durchaus in der Hollywood-Liga.

So beginnt die Handlung als Seestück mit Anklängen an „Fluch der Karibik“, wenn die Piraten der „Wilden 13“ (der auf zwölf Mann duplizierte Rick Kavanian) Rache schwören, nachdem Jim (Solomon Gordon) und Lokomotivführer Lukas den Drachen Frau Mahlzahn entführt und eine Riege Kinder befreit haben.

„Jim Knopf und die Wilde 13“ ist eine Fortsetzung des ersten Teils

Hier nimmt das Drehbuch den Erzählfaden des ersten Films wieder auf. Befreit wurde auch Prinzessin Li Si (Leighanne Esperanzate), Thronfolgerin im Königreich Mandala, das schwer an China erinnert. Mittlerweile lebt sie auf Lummerland, dem schnuckeligen Eiland, das König Alfons, der Viertel-vor Zwölfte regiert. Uwe Ochsenknecht spielt den Monarchen, schusselige Versprecher („liebe Untertassen, äh, Untertanen“) sind sein Markenzeichen.

Der Inselbesuch wird zum Wiedersehen mit alten Bekannten. Jims väterlicher Freund Lukas wird von Henning Baum verkörpert, der unter seiner Schiebermütze wie der junge Bud Spencer aussieht. Kinder werden nicht merken, dass das Lummerland-Personal verschiedenste Epochen und Sujets vereint.

Allstar-Cast mit Annette Frier, Henning Baum und Rick Kavanian

König Alfons könnte tschechischen Märchenfilmen entsprungen sein. Annette Frier spielt ein 50er-Jahre-Mütterchen, das mit Kochen, Backen und der Produktion von Nestwärme befasst ist. Die Figur von Christoph Maria Herbst ist vom Schlage eines Herrn Taschenbiers („Das Sams“), Li Si sorgt für asiatische Exotik. Dann ist da noch Jim, das farbige Findelkind, das das Rätsel seiner Herkunft lösen will.

Lok ahoi in Lummerland. Mit seetüchtiger Eisenbahn starten Jim und Lukas auf Meeres-Expedition, die zu Wassernixen, Schiffsfriedhöfen, Magnetfelsen und letztlich zur Wilden 13 führt.

Indiana-Jones-Motive und Mystery-Raunen prägen den Soundtrack

Die Musik verfällt in Mystery-Raunen, ein Mahlstrom wird imposant in Szene gesetzt, die „Challenge“ im Labyrinth ist ein Indiana-Jones-Motiv. Rick Kavanian macht aus seiner Zwölffach-Rolle ein Kabinettstück gebremster Comedy. Für Kinder bis zehn Jahre ein echtes Vergnügen.

Stimmen, die die Zeichnung Jim Knopfs problematisch finden, werden dem Film nicht gerecht. Wer nach rassistischen Stereotypen fahndet, übersieht womöglich Jims Nimbus als Sympathieträger, der sich auf Augenhöhe mit allen anderen bewegt.

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