In „Star Trek: Picard“ geht der Pensionär auf galaktische Mission

Der Streaming-Tipp:

Zwischen Neustart und Retro-Seligkeit: Auf Amazon Prime läuft die Serie. Es gibt ein Wiedersehen mit alten Bekannten.

15.04.2020, 17:14 Uhr / Lesedauer: 2 min
Patrick Stewart (l.) traf am Set alte „Star Trek“-Kollegen wie Jonathan Frakes, der auch Regie führt.

Patrick Stewart (l.) traf am Set alte „Star Trek“-Kollegen wie Jonathan Frakes, der auch Regie führt. © pa/obs Amazon.de

Es dauert drei Folgen, bis die Worte fallen, mit denen die neue „Star Trek“-Serie die Erde verlässt und ins All startet: „Energie!“ Sie kommen aus dem Mund von Jean-Luc Picard (Patrick Stewart), der schon in sieben TV-Staffeln den Moralphilosophen von der Sternenflotte spielte.

Der 79-Jährige meldet sich auf Bildschirm und Brücke zurück

Für „Picard“ (zehn Folgen in Staffel 1) meldet sich der 79-Jährige nun zurück auf Bildschirm und Brücke, sehr zur Freude der Trekkies. Die Serie um den neuen, alten Helden versucht den Spagat zwischen Aufbruch und Retro-Seligkeit, die Kritiken sind gemischt.

Manche bemängeln eine erzählerische Betulichkeit, die fatal an das Fernsehen von vor 25 Jahren erinnere. Andere sehen gerade in dieser Nicht-Hektik die Qualität der neuen Serie.

Suche nach einer Frau

Tatsächlich nehmen sich die ersten Folgen viel Zeit, um die Angeln einer Story auszuwerfen, die auf den ersten Blick komplex wirken mag, im Kern aber auf die Suche nach einer Frau zusammenschnurrt, die als Motor des Plots funktioniert.

Sie ist der perfekteste Android, der je geschaffen wurde, in ihr schlummert das Erbe von Picards altem Spezi Data. Doch Dahj (Isa Briones) ahnt nichts von ihrer Einzigartigkeit, als sie nach einem Mordanschlag instinktiv zu Picard flüchtet.

Groll gegen die Flotte

Der führt auf seinem Weingut das Leben eines Pensionärs, seit er im Groll gegen die Flotte vor Jahren den Dienst quittierte. Picard wollte die Romulaner vor einer Supernova retten, das Projekt wurde hintertrieben, viele starben.

Jetzt trommelt der Alte eine Crew zusammen und startet zu einer Rettungsmission für den Zwilling der jungen Frau. Es gibt Mystery-Raunen um einen Geheimbund und ein Komplott höchster Kreise. Picard trifft Weggefährten wie Seven of Nine, er steuert ein Borg-Artefakt an.

Technik-Schnickschnack darf auch besichtigt werden, die Handlung nimmt Fahrt auf. Alter, weißer Mann repariert die Sünden inhumaner Flüchtlingspolitik – bei gutem Willen sieht man Parallelen zur Welt von heute. Als Thriller anfangs sehr weitschweifig (und eher simpel konstruiert, wie man später bemerkt), dann aber durchaus fesselnd.

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