In Emsdetten darf der Hund wieder zum Friseur

Gericht

In Emsdetten dürfen Hunde wieder zum Friseur, das entschied das Verwaltungsgerichts Münster. Der Andrang ist enorm, trotz verschärfter Hygienemaßnahmen.

Emsdetten

16.01.2021, 08:22 Uhr / Lesedauer: 1 min
Hundefriseurin Elisa Kloppenborg aus Emsdetten schneidet dem Hund «Flocki» das Fell.

Hundefriseurin Elisa Kloppenborg aus Emsdetten schneidet dem Hund «Flocki» das Fell. © picture alliance/dpa

Aufatmen bei Hundebesitzern in Emsdetten: Nach einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts Münster darf ein Hundesalon trotz Corona-Pandemie wieder öffnen. Elisa Kloppenburg freut sich jetzt über die Rückkehr der tierischen Kundschaft. Nach einer Zwangspause vom 16. Dezember bis 10. Januar hat sich ein Hundestau vor den Schermaschinen aufgebaut.

„Normalerweise habe ich nur halbtags geöffnet. Jetzt muss ich die nächsten zwei bis drei Wochen ganztags arbeiten, um alle Tiere zu frisieren“, sagte die 46-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. Die alleinerziehende Mutter von drei Kindern ist vor 26 Jahren aus Frankreich ins Münsterland gezogen. Im Dezember hatte ihr die Stadt Emsdetten einen Strich durchs Geschäft gemacht. Weil sie keine Lebensmittel oder Güter des täglichen Bedarfs liefere, müsse sie schließen.

Das Verwaltungsgericht Münster aber sah das anders. Handwerk und Dienstleistungen dürfen laut der Coronaschutzverordnung weiter angeboten werden, soweit ein Mindestabstand zum Kunden von 1,5 Meter eingehalten werden könne. Dies sei bei Elisa Kloppenborg ja gegeben, so die Richter.

Die Hunde würden an der Tür unter Einhaltung des Abstands in Empfang genommen, bezahlt werde per Bargeld in einer Dose auf der Bank an der Tür. Die verbotenen Friseurdienstleistungen bezögen sich ausschließlich auf den Menschen, so das Gericht, nicht auf Hunde. Besonders ältere Menschen würden sich freuen, dass ihre Tiere wieder zum Friseur dürften, erzählt die Salonbetreiberin.

Allerdings würden sie ihre Hunde nur schweren Herzens vor der Tür abgeben. Die Begleitung bis an die Schermaschine sei den Senioren doch oft wichtig. „Aber ich wäre dann ja ein möglicher Verteiler der Coronaviren, deshalb sind die meisten Kunden einsichtig“, sagt Kloppenborg.

Als ihr Salon zwangsgeschlossen war, musste sie am Telefon viele Ratschläge geben. „Einige Kunden haben sich Schermaschinen gekauft. Und ich musste zur Vorsicht mahnen. Ich kenne einen Hundehalter, der hatte seinem Tier eine Sehne durchgeschnitten.“

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