Im Kreis Borken werden 34 weitere Apotheken gebraucht

Apotheken

Die Lage für Apotheken und deren Kunden im Kreis Borken ist – zumindest im Vergleich zu vielen anderen Kreisen in Westfalen-Lippe – noch gut. Die Betonung liegt auf „noch“.

Kreis/Legden

von Josef Barnekamp

, 10.07.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Im Kreis Borken könnten schon bald 34 Apotheken fehlen (Symbolbild).

Im Kreis Borken könnten schon bald 34 Apotheken fehlen (Symbolbild). © pa/obs ABDA Bundesvgg. Dt. Apoth

Die Zahl der älteren Menschen im Kreis Borken wird, wie andernorts auch, in den kommenden Jahren zunehmen. Rund 38.000 Über-60-Jährige mehr als derzeit wird es 2040 in der Region geben. Und weil ältere Menschen nun mal mehr Tabletten brauchen als jüngere, wird auch der Bedarf an Apotheken zunehmen.

Auf 34 zusätzliche Apotheken beziffert der Apothekerverband Westfalen-Lippe den Bedarf im Kreis Borken bis 2040, wolle man den jetzigen Stand der Versorgung halten. Das steht in einer Studie, die der Verband jetzt veröffentlicht hat. Fasst man die Ergebnisse der 70-seitigen Untersuchung zusammen, dann kommt man zu diesem Ergebnis: Die Lage für Apotheken und deren Kunden im Kreis Borken ist – zumindest im Vergleich zu vielen anderen Kreisen in Westfalen-Lippe – noch gut.

22 Apotheken geschlossen

So wurden im Kreis Borken zwischen 2003 und 2018 zwar 22 Apotheken geschlossen, gleichzeitig aber 19 neue eröffnet. Das ist mit einem Rückgang von 3,4 Prozent die drittbeste Quote in Westfalen-Lippe.

Zum Vergleich: In Hagen ging die Zahl der Apotheken im gleichen Zeitraum um fast 40 Prozent zurück, in Dortmund um knapp 30 Prozent. Aktuell zählt der Verband im Kreis Borken 39 Einzelbetriebe, 18 sogenannte Hauptapotheken und 27 Filialbetriebe. Mit 23 Betrieben pro 100.000 Einwohnern rangiert die Region im Mittelfeld des Untersuchungsgebietes der Studie.

Region steht besser da als viele andere Kreise

Vergleichsweise gut sieht es auch aus bei der Altersstruktur der hiesigen Apotheken-Inhaber. Das Durchschnittsalter von 51 Jahren ist das zweitniedrigste in Westfalen-Lippe. Zudem sind nur 17 Prozent der Apotheken-Besitzer im Kreis älter als 60. Das ist so wenig wie nirgends sonst im weiteren Umkreis.

Gleichwohl warnt Petra Hruby, Inhaberin der Hubertus-Apotheke in Legden und Vorsitzende der Bezirkgruppe ihres Berufsverbands: „Wir haben schon heute Probleme, das derzeitige Niveau zu halten.“

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In den Apotheken werde immer mehr pharmazeutische Kompetenz gefragt. Nachwuchs an Apothekern und pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA) zu bekommen, sei aber auch im Kreis Borken nicht einfach. Was Hruby festgestellt hat: Die Menschen in der Region hätten die Hilfe ihrer örtlichen Apotheken gerade in Corona-Zeiten noch einmal besonders wertschätzen gelernt. Nichtsdestotrotz gebe es auch im Westmünsterland die Konkurrenz durch Versandapotheken.

„Die Aufgaben wachsen und werden umfangreicher“, sagt die Vorsitzende der Bezirksgruppe Borken im Apothekerverband Westfalen-Lippe. Das weist auch die Studie in Zahlen aus: Während eine Apotheke im Kreis Borken derzeit rund 1100 ältere Menschen betreue, wird deren Zahl bis 2040 auf 1600 steigen. Und auch die Menge der verschriebenen Medikamente wird um etwa 20 Prozent zunehmen, heißt es in der Untersuchung.

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