Im Homeoffice mit Kindern: Tipps für gestresste Eltern

Home Office mit Kind

Die To-Do-Liste ist nach dem Videocall mit dem Chef noch länger, schmutzige Wäsche und Geschirr stapeln sich und mittendrin toben die Kinder, als gäbe es nichts zu tun.

09.03.2021, 07:05 Uhr / Lesedauer: 2 min
Stressige Zeiten zehren an den Nerven. Ruhig bleiben und durchatmen ist trotzdem oft die bessere Variante.

Stressige Zeiten zehren an den Nerven. Ruhig bleiben und durchatmen ist trotzdem oft die bessere Variante. © picture alliance/dpa/dpa-tmn

Eltern im Homeoffice, Kinder gewissermaßen auch – und das seit mehreren Monaten. Bei vielen Eltern liegen die Nerven schon lange blank. Das bekommen leider oft vor allem die Kinder zu spüren. Aber woran liegt es, dass uns die eigene Familie so sehr auf die Palme bringen kann?

„Man muss sich die Corona-Zeit vorstellen, wie einen sehr langen Urlaub in einer eingeschneiten Ski-Hütte“, erklärt Familientherapeutin Andrea Hendrich. „All die Regeln, das Erfüllen von Bedürfnissen und Rollenverteilungen funktionieren nicht mehr so automatisch wie vorher.“

Für kleine Kinder kann die Wut der Eltern schockierend sein

Unabhängig vom Lockdown gilt überdies leider eine wichtige aber traurige Wahrheit: „Nirgends benehmen wir uns so schlecht wie daheim“, sagt Anette Frankenberger, Paar- und Familientherapeutin aus München. „Wir denken, wir hätten ein Anrecht auf Genervtheit.“

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Aber: Wer ausraste oder permanent genervt sei, der riskiere die Beziehung zu seiner Familie. „Manche Eltern brüllen so sehr, dass es an körperliche Gewalt grenzt.“ Für kleine Kinder sei das sehr schockierend. Größere lernen dadurch, dass Brüllen eine Option ist.

„Man muss nicht immer fröhlich und gelassen sein. Aber wie wir mit unseren Gefühlen umgehen, da haben wir eine Wahl“, sagt Frankenberger. Statt plötzlich loszubrüllen, sei es besser den Kindern zu sagen, dass man gerade wütend ist und sich zum Beispiel im Nebenzimmer kurz runterkühlen will.

Eltern sollten auch für sich selbst Sorge tragen

Elterntrainerin Hendrich, die auch für die Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke) Eltern und Kinder berät, empfiehlt allen Eltern, gerade in Zeiten von Lockdown und Schmuddelwetter so gut es geht für sich selbst zu sorgen. „Dann können sie auch gut für die Kinder da sein.“

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Wer merkt, dass er schon mit dem falschen Fuß aufgestanden ist und innerlich brodelt, der sollte sich ebenfalls überlegen: „Was brauche ich gerade?“ rät Hendrich. Oft helfe es, sich eine Pause zu verschaffen. Bei größeren Kindern könne man mal einen kurzen Spaziergang machen. Kleinere Kinder dürfen in Stress-Situationen auch „unpädagogisch“ eine halbe Stunde Medienzeit mehr bekommen.

„Dass man als Mutter oder Vater immer mal wieder zum Dampf ablassen ordentlich vor sich hin schimpft, ist normal und menschlich“, meint Hendrich. Wer aber häufiger an die Decke gehe und dabei auch das Kind abwerte und angreife, sollte sich helfen lassen, rät die Expertin.

RND/dpa

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