„Ich schlitze Dir die Kehle auf“: Brutalem Doppelvergewaltiger droht Endloshaft

dzLandgericht Dortmund

Ein 25-Jähriger soll zwei Frauen in Kamen und Bergkamen brutal vergewaltigt haben. Eines seiner Opfer war erst 16 Jahre alt. Die Anklage gleicht einem Dokument des Grauens.

von Jörn Hartwich, Jonathan Löckenhoff

Kamen, Bergkamen

, 04.02.2020, 16:32 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit Handschellen gefesselt, das Gesicht hinter einer Aktenmappe versteckt: So wurde Valerij B. am Dienstag von zwei Wachtmeistern in Saal 31 des Dortmunder Landgerichts gebracht.

Knapp sechs Monate ist es her, dass der 25-Jährige in Kamen und Bergkamen zwei Frauen vergewaltigt haben soll. Eines der Opfer war gerade erst 16. Doch dazu will Valerij B. erst einmal nichts sagen. Genauso wenig wie zu seinem bisherigen Lebensweg. Das hat sein Dortmunder Strafverteidiger Marco Ostmeyer gleich zu Beginn des Prozesses angekündigt.

Wegen Vergewaltigung vorbestraft

Was allerdings schon bekannt ist: Der unscheinbar wirkende Mann, der zuletzt in Bergkamen gewohnt hat, ist einschlägig vorbestraft. Er ist 2012 wegen Vergewaltigung zu dreieinhalb Jahren Jugendhaft verurteilt worden. Damals war er selbst noch ein Jugendlicher.

Schon da hatten ihn Justiz und Polizei als besonders gefährlich eingestuft. Nach seiner Haftentlassung stand er unter besonderer Beobachtung. Der in Russland geborene Deutsche wurde in das KURS-Programm des Landes NRW aufgenommen, das für rückfallgefährdete Sexualstraftäter entwickelt wurde.

Trotzdem soll es im Sommer 2019 zu zwei neuen Vergewaltigungen gekommen sein. Die Anklage gleicht einem Dokument des Grauens.

„Ich schlitze dir die Kehle auf“

Die erste Tat passierte in der Nacht auf den 9. August in Kamen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Valerij B. die damals 16-Jährige zum Koppelteich gelockt hat und dort über sie hergefallen ist. „Jetzt habe ich dich hier, wo ich dich haben wollte – hier kann dich niemand sehen.“ Mit diesen Worten soll das Martyrium begonnen haben.

Die Schülerin soll verzweifelt versucht haben, sich zu wehren. Laut Anklage hat sie immer wieder versucht, sich zu befreien – allerdings ohne Erfolg. „Ich schlitze Dir die Kehle auf“, soll der 25-Jährige noch gedroht haben. Und dann gab es angeblich auch noch diesen Wortwechsel: Er: „Hast Du Schmerzen?“ Sie: „Ja.“ Er: „Gut.“

Die beiden sollen sich vor der Tat im Ostpark kennengelernt haben. Man kam ins Gespräch, dann ging es gemeinsam zu McDonald´s, später zum Koppelteich.

„Du machst jetzt, was ich sage“

Nur zwei Tage später laut Anklage dann die nächste Vergewaltigung in Bergkamen. Diesmal soll das Opfer eine Bekannte gewesen sein. Sie hatte den Angeklagten angeblich gefragt, ob er sie nach Hause bringe. Diese Situation soll der 25-Jährige ausgenutzt haben. „Du machst jetzt, was ich möchte, sonst passiert etwas Schlimmes“, soll er dabei noch gesagt haben. „Ich kann Dir auch den Kiefer brechen.“

Der Angeklagte hatte drei Tage nach der zweiten mutmaßlichen Vergewaltigung im Münsterland festgenommen werden können. Dort hatte er früher offenbar einmal gewohnt. Die Polizei hatte mit einem Fahndungsfoto nach dem 25-Jährigen gesucht.

Sicherungsverwahrung droht

Sollte er für die beiden Vergewaltigungen in Kamen und Bergkamen nun erneut verurteilt werden, droht nicht nur eine weitere lange Zeit im Gefängnis. Die Richter am Dortmunder Landgericht denken bereits darüber nach, diesmal auch die gefürchtete Sicherungsverwahrung anzuordnen. Damit könnte Valerij B. aufgrund seiner möglicherweise besonderen Gefährlichkeit auch über die eigentliche Haft hinaus auf unbestimmte Zeit eingesperrt werden.

Für die kommenden Wochen haben die Richter ein umfangreiches Beweisprogramm vorgesehen. Mit einem Urteil ist voraussichtlich erst im Juni zu rechnen.