„Ich hielt mich für den Auserwählten“: Häftling steckte Zelle in Brand

dzGericht

Im Wahn soll ein Häftling der JVA Hamm im April seine Zelle in Brand gesteckt haben. Verletzt wurde niemand. Doch dem Mann droht jetzt etwas ganz anderes als Gefängnis.

Hamm

, 14.10.2020, 19:11 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Staatsanwaltschaft ist sicher, dass der Beschuldigte für die Allgemeinheit gefährlich ist und deshalb in einer geschlossenen psychiatrischen Klinik behandelt werden muss. Diese Unterbringung solle zeitlich unbefristet erfolgen, hieß es am Mittwoch zu Prozessbeginn am Dortmunder Landgericht.

Zu der mutmaßlichen Brandstiftung wollte sich der 34-Jährige gegenüber den Richtern nicht äußern. Er ließ lediglich seinen Verteidiger die Theorie vortragen, das Feuer könne ja auch unabsichtlich ausgebrochen sein.

Angeklagter gibt Drogen die Schuld

Gänzlich schweigen wollte der Beschuldigte jedoch auch nicht. Bereitwillig gab er den Beteiligten Auskunft über seinen bisherigen Lebensweg und seine offensichtlich schon seit Jahren bestehende psychische Erkrankung. „Die Wahnvorstellungen kommen immer, wenn ich Drogen genommen habe“, sagte der 34-Jährige. So sei es auch kurz vor seiner Inhaftierung im April gewesen.

In der Hochphase seiner Erkrankung habe er sich schließlich eingeredet, der Geheimdienst sei hinter ihm her. „Ich hielt mich für den Auserwählten“, sagte der Beschuldigte den Richtern. „Ich dachte, ich könne Zeitportale in den Himmel öffnen und würde deshalb verfolgt.“

Das Gericht will nun noch zwei Feuerwehrmänner zu der Frage der Brandursache vernehmen. Danach könnte auch noch ein Sachverständiger eingeschaltet werden. Bei dem Feuer war die Zelle unbewohnbar geworden. Unter anderem waren große Mengen Putz von den Wänden abgeplatzt.

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