Hunderttausende Tiere werden allein in NRW für Tierversuche eingesetzt

dzForschung

Die Zahl der Tiere, die in NRW zu Forschungszwecken in Tierversuchen eingesetzt werden, ist gewaltig. Und nicht nur Ratten und Mäuse werden für die Forschung benutzt.

Dortmund

, 16.11.2019, 08:30 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Landesregierung veröffentlichte jetzt die Zahlen der Tierversuche für das Jahr 2017. Aktuellere Zahlen, so die Landesregierung, lägen noch nicht vor. Das antwortete die NRW-Regierung auf eine Kleine Anfrage des fraktionslosen Abgeordneten Alexander Langguth,

Deutlich wird aus den Daten, dass es keinen generellen Trend weg von Tierversuchen gibt. Insgesamt waren es 305.811. Die meisten der bei Versuchen eingesetzten Tiere waren Mäuse (220.735) und Ratten (39.712). Dazu kamen aber auch unter anderem 1.115 Hunde, 336 Katzen und 2.115 Affen, darunter 1.974 Javaneraffen. Aber auch 19 Pferde, Esel und Kreuzungen sowie 1.355 Kaninchen und 1.775 Schweine landeten in den nordrhein-westfälischen Versuchslabors.

Bundesweit 738.484 Tiere getötet

Die Zahl der Tierversuche sank zwar gegenüber 2016 um rund 20.000, lag aber um fast 40.000 Tiere höher als noch 2015. Neben Hochschulen setzen auch private Unternehmen Tierversuche zu Forschungszwecken, zur Qualitätskontrolle – etwa von medizinischen Produkten – und zu toxikologischen Prüfungen ein. Sie müssen in der Regel vom Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz genehmigt, in bestimmten Fällen aber auch nur angezeigt werden.

In ihrer Darstellung führt die Landesregierung auch bundesweite Zahlen auf. Danach wurden 2017 in Deutschland 2.068.813 Tiere zu Versuchszwecken eingesetzt. Zusätzlich seien 738.484 Tiere zu wissenschaftlichen Zwecken getötet worden.

Kritik an Tierversuchen

Seit Jahren gibt es von verschiedenen Organisationen heftige Kritik an Tierversuchen. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat sich nach eigenen Angaben zum Ziel gesetzt, langfristig Tierversuche durch alternative Forschungsmethoden komplett überflüssig zu machen.

In diesem Zusammenhang hatte Julia Klöckner, Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, erst im Oktober Wiebke Albrecht vom Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund mit dem Tierschutzforschungspreis ausgezeichnet. Mit dem von der Dortmunderin entwickelten Verfahren kann ohne Tierversuche überprüft werden, ob ein Medikament leberschädlich ist.

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