Hühnermobil: Johan Dahlhaus (15) ist in Estern Herr über 50 Legehennen

In Eigenregie gebaut

Wenn sich Johan Dahlhaus seinem selbstgebauten Hühnermobil nähert, kommen nehmen seine Legehennen eine unterwürfige Pose ein. Der 15-Jährige wird als Chef über seine Hühnerschar akzeptiert.

Gescher

von Manuela Reher

, 21.09.2020, 17:15 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Schüler Johan Dahlhaus (15) hat auf dem Hof seiner Großeltern van Üüm in Estern gemeinsam mit zwei Freunden ein Hühnermobil gebaut.

Der Schüler Johan Dahlhaus (15) hat auf dem Hof seiner Großeltern van Üüm in Estern gemeinsam mit zwei Freunden ein Hühnermobil gebaut. © AZ Coesfeld

Schließlich hat er dem Gefieder auch in mühevoller Arbeit ein schönes Zuhause eingerichtet. Corona hat dem Schüler des Geschwister-Scholl-Gymnasiums in Stadtlohn unverhofft Freizeit beschert. Vormittags war wochenlang digitaler Unterricht angesagt. Nachmittags bis in die späten Abendstunden hat er mit seinen beiden Freunden Luis und Mika fleißig gewerkelt.

Die Idee, ein Hühnermobil zu bauen, sei ganz spontan entstanden, sagt Johan. Auf dem Hofe seiner Großeltern van Üüm in Estern war genügend Platz, um das Projekt in aller Ruhe umzusetzen. Einen Bauplan auf Papier habe es nicht gegeben. „Wir haben Schritt für Schritt gearbeitet“, erinnert sich Johan.

Aus altem Heuballenwagen gebaut

Von einem alten Heuballenwagen, den der 15-Jährige von einer Bekannten bekommen hat, wurde das Gestänge abgefräst. Außerdem dienten ein alter auseinandergeschnittener Öltank, ein Verschnitt von Sandwich-Platten und Trapezblech für die Außenverkleidung als Baumaterialien. Das Trio nutzte auch zwei alte Fenster aus einem Altbau auf dem Hofe, den die Jugendlichen kurzerhand nebenbei abgerissen haben.

Johan brachte vor allem seine Kenntnisse beim Holzbau ein. Sein Freund Luis übernahm vorwiegend die Elektroarbeiten. Mika war vornehmlich für die Arbeiten mit dem Stahl zuständig. Elektrische Installationen waren nötig, weil sich die Klappe unten am Hühnermobil automatisch öffnen und schließen lässt. Auch der Futterautomat läuft elektrisch. Für die 50 Junghennen gibt es auch selbstgebaute Nippeltränken. Mit dem Radlader kann Johan das 2,30 Meter hohe, 2,50 Meter breite und sechs Meter lange Hühnermobil von einer Stelle zur nächsten bewegen, sodass die Hennen dauerhaft frisches Gras haben. Auch würde eine solche mobile Stalllösung förderlich sein, um die Tiere vor Krankheiten zu schützen.

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Johan hat die Hennen im Alter von 19 Wochen in das Hühnermobil gesetzt. 14 bis 16 Monate lang seien die Tiere als Legehennen nutzbar. Neben frischem Gras bekommen sie als Futter Legemehl aus Getreide und Mais sowie Mineralstoffe und Vitamine. Noch würden die Hennen nur wenige und oft auch kleine Eier legen. Das ändere sich bald. Demnächst kommen außerdem 50 weitere Hühner hinzu.

Große Nachfrage nach den Eiern

Die Eier seien bereits stark nachgefragt. Johan hat auf dem Hofe seiner Großeltern eine kleine Selbstbedienungsstation eingerichtet, an der er Börger‘s Wiesenei verkauft. Den Namen hat sich seine Mutter Petra ausgedacht. Denn der Hof van Üüm hieß früher Börger. „Uroma Börger wäre stolz, wenn sie das noch miterlebt hätte“, sagt Johans Großmutter Christa van Üüm. Vor 50 Jahren habe es 600 Hühner auf dem Hofe gegeben. Vielleicht kehre mit der Idee von Johan durch die eigene Familie neues landwirtschaftliches Leben auf dem Hofe ein, sagt Johans Großvater Franz van Üüm.

Bauer werden wollte Johan schon als kleiner Junge. „Mich hat die Landwirtschaft bereits fasziniert, als ich noch nicht in der Schule war“, verrät der heute 15-Jährige. Auf dem Hofe seines Onkels habe er bereits viele Erfahrungen gesammelt. Nach der zehnten Klasse wird Johan Dahlhaus im kommenden Jahr das Geschwister-Scholl-Gymnasium verlassen und eine Ausbildung als Landwirt beginnen. Sein Vater habe immer gesagt, dass er in seinem Beruf Spaß haben und davon leben können sollte. Johan zeigt sich zuversichtlich: „Wenn ich etwas anpacke, ziehe ich das durch.“

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