Coronavirus: Die Nordkirchener Hoteliers sind auf Öffnung vorbereitet

dzTourismus

Auf diesen Tag haben die Nordkirchener Hoteliers lange warten müssen. Seit Montag dürfen sie wieder für Touristen öffnen. Die ersten Buchungen sind schon bei ihnen eingegangen.

Nordkirchen

, 19.05.2020, 15:36 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit Montag (18.5.) dürfen Hotels in NRW nach über zwei Monaten Zwangspause wieder Touristen beherbergen. Wie ist es in den vergangenen Wochen gelaufen für die Hoteliers aus Nordkirchen? Erwarten Sie jetzt einen Ansturm? Wir haben uns umgehört.

„Wir sind begeistert, dass wir wieder in Betrieb gehen können“, sagt Heinz Perrar, Betreiber des Schlaun-Cafés am Mauritiusplatz in Nordkirchen, zu dem auch acht Gästezimmer gehören. Was den Gastronomie-Betrieb angeht, öffnet das Schlaun-Café am Dienstag (19.5.) seine Türen. „Da haben wir schon Erfahrungen gesammelt vor der Schließung mit den Abständen und den Namenslisten. Auch Desinfektionsmittel-Spender stehen parat. Ab Dienstag geht‘s wieder los“, sagt er.

Nur ein paar Monteure zu Gast

Auch Albert Lücke, Betreiber des Plettenberger Hofs an der Schloßstraße, ist froh, den Gästen seine acht Doppelzimmer nun wieder zur Verfügung stellen zu können. „Es ist sehr gut, dass wir wieder aufmachen können. Nach Nordkirchen kommen immer viele Radfahrer, die sich in unseren Zimmern einquartieren. Ich hatte zuletzt viele Absagen - selbst für Juli - und nur ein paar Monteure waren in den letzten Wochen als Gäste hier.“

Jetzt lesen

Handwerker durften auch während der Corona-bedingten Schließung in Hotels übernachten. So auch im Hotel des Schlaun-Cafés. „Die Nachfrage hat jedoch stark nachgelassen, weil auch die Betriebe wenig gemacht haben. Dadurch haben wir deutliche Umsatz-Einbußen gehabt“, sagt Perrar. Im Vergleich zum Vorjahr habe er in seinen Zimmern nur etwa ein Viertel der Belegung verzeichnet.

Hotelzimmer gestrichen und renoviert

Die (hotel)freie Zeit haben die beiden Hoteliers unterschiedlich überbrückt. „Ich habe in meinem Restaurant einen Fensterverkauf gemacht. Der hat gut angefangen und ich dachte, damit komme ich gut über die Runden. Aber zuletzt hat es doch stark nachgelassen. Es hat sich letztlich kaum gelohnt“, sagt Albert Lücke, der seine Mitarbeiter auch in Kurzarbeit geschickt hat.

Heinz Perrar hat die Zeit genutzt, um die Zimmer des Schlaun-Cafés auf Vordermann zu bringen: „Wir haben gestrichen und renoviert. Dafür wäre sonst wahrscheinlich nie Zeit gewesen.“ Seine festen Angestellten musste aber auch er in Kurzarbeit schicken. Viele seiner Angestellten arbeiten jedoch auf 450-Euro-Basis. „Denen habe ich angeboten, dass sie weiter arbeiten können. Es gab genug zu tun, putzen, streichen. Ich war dann aber doch überrascht, wie wenig es genutzt worden ist“, sagt er mit einem Lachen.

Albert Lücke und Heinz Perrar rechnen nicht mit einem Ansturm

Zimmer, die als Hotel-Office genutzt werden können, haben weder Lücke noch Perrar angeboten. „Dafür hatten wir überhaupt keine Nachfrage“, sagt Lücke.

Mit einem großen Ansturm auf ihre Hotelzimmer rechnen die beiden Hoteliers indes nicht. „Wir hatten schon die ersten Buchungen am Montag. Aber die Menschen sind noch zurückhaltend und werden es auch noch bleiben. Vielleicht sind wir Ende des Monats klüger“, so die Einschätzung von Perrar. Buchungen für das Hotel des Schlaun-Cafés sind nur online möglich. „Das geht über die gängigen Online-Portale. Viele schreckt das vielleicht ab. Aber so läuft es viel besser mit der Personen-Erfassung, sodass wir bei einer möglichen Infektion schnell nachweisen können: Wer war eigentlich da?“

Albert Lücke ist guter Dinge, dass demnächst wieder Normalität einkehrt. „In anderen Städten außerhalb des Kreises Coesfeld lief die Gastro-Szene ja nur schleppend an. Im Kreis Coesfeld sind wir jetzt eine Woche später dran. Ich hoffe einfach, dass es zumindest besser läuft als mein Fensterverkauf.“

Lesen Sie jetzt