Hoteliers fordern Klarheit beim Umgang mit Gütersloher Urlaubern

Coronavirus

Immer mehr Bundesländer erlassen Verordnungen gegen Reisende aus den Corona-Risikokreisen - ohne Einheitlichkeit. Hoteliers werden ungeduldig: Es braucht klare Verantwortlichkeiten.

Berlin

von Jan Sternberg

, 26.06.2020, 10:54 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Bundesländer können sich nicht auf einheitliche Reisebeschränkungen für Touristen aus Corona-Risikogebieten einigen.

Die Bundesländer können sich nicht auf einheitliche Reisebeschränkungen für Touristen aus Corona-Risikogebieten einigen. © picture alliance/dpa

Auch am dritten Tag nach Verhängung der Corona-Beschränkungen in den Kreisen Gütersloh und Warendorf können sich die Bundesländer nicht auf ein einheitliches Vorgehen mit Reisenden aus innerdeutschen Risikogebieten einigen. Hoteliers und Ferienvermieter werden daher zunehmend ungeduldig.

Betriebe dürften nicht im Unklaren gelassen werden

Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga fordert von den Bundesländern Klarheit beim Umgang mit Urlaubern aus Corona-Risikokreisen. “Mit Blick auf die beginnende Urlaubssaison fordern wir dringend nachvollziehbare, praktikable, eindeutige und im besten Fall bundeseinheitliche Verordnungen mit präzisen Handlungsanweisungen zum Umgang mit Reisenden aus Risikolandkreisen”, sagt Dehoga-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Die Betriebe dürften nicht im Unklaren gelassen werden: “Mögliche Haftungsrisiken dürfen nicht bei den Beherbergungsbetrieben liegen. Es muss unmissverständlich geregelt sein, wer für Stornierungskosten und für eventuelle Verdienstausfälle aufkommt, sowie, welche staatliche Behörde die Einhaltung der Vorschriften kontrolliert.”

Hier gilt das Beherbergungsverbot:

Am Donnerstag kündigten weitere Bundesländer an, ein Beherbergungsverbot für Reisende aus den Risikokreisen einzuführen. Baden-Württemberg will sie nicht mehr im Land übernachten lassen. Das Beherbergungsverbot für Besucher aus einem Kreis mit erhöhtem Infektionsgeschehen soll schnell in Kraft treten. Auch das Saarland ein Beherbergungsverbot für Reisende aus Corona-Risikogebieten beschlossen - die neue Regelung tritt am 29. Juni in Kraft.

Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Bayern und Schleswig-Holstein hatten ähnliche Regelungen eingeführt. Hamburg und Sachsen-Anhalt wollen wahrscheinlich am kommenden Dienstag nachziehen. Der Hamburger Senat will dann über eine Quarantäneregel für Menschen aus inländischen Risikokreisen mit mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen entscheiden, sagte ein Senatssprecher dem RND. In Rheinland-Pfalz gilt die Quarantäneregelung ab Freitag (26. Juni): Wer aus Corona-Risikogebieten im In- oder Ausland nach Rheinland-Pfalz möchte, muss sich sofort für 14 Tage in Quarantäne begeben.

Einheitliche Regelung wird begrüßt

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) kündigte eine neue Corona-Verordnung ebenfalls für Dienstag an. Die Frage sei “nicht ob, sondern wie” man entsprechende Regelungen durchsetzen werde. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums sagte der “Mitteldeutschen Zeitung”: “Aus Infektionsschutzgründen wird eine möglichst bundesweit gleichlautende Regelung zum Umgang mit eingereisten oder einreisenden Personen aus innerdeutschen Risikogebieten begrüßt. Ein mögliches Beherbergungsverbot in Verbindung mit Ausnahmen für getestete Personen wäre ein sachgerechtes Mittel hierfür.”

Sachsens Sozialministerin Petra Köpping sagte der “Freien Presse”, das Land wolle nur noch Besucher aus den Risikokreisen zulassen, die einen negativen Covid-19-Test vorweisen können.

Berlin und Brandenburg stimmten sich noch über ein gemeinsames Vorgehen ab. Es gäbe noch keine Entscheidung, sagte eine Sprecherin des Berliner Senats. Nach RND-Informationen steht eine gemeinsame Verordnung aber auch in der Hauptstadtregion kurz bevor.

RND

Lesen Sie jetzt