Der Hamburger Projektentwickler Premero hat jetzt Details zum Vier-Sterne-Hotel und dem Hallenbad vorgestellt. Neben einem Spa wird es bald auch Nordkirchener Bier geben.

Nordkirchen

, 28.08.2020, 16:06 Uhr / Lesedauer: 3 min

Nicht weniger als einen „Meilenstein“ habe das geplante Vier-Sterne-Hotel mit Schwimmbad und Wellness-Bereich am 20. August überschritten. Da sind sich Nordkirchens Bürgermeister Dietmar Bergmann, sowie Melanie Morgenthaler und Thorsten Schütte vom Hamburger Projektentwicklungsbüro Premero einig. Einstimmig hat der Nordkirchener Rat dem Bebauungsplan für die Fläche direkt neben der Sporthalle der Johann-Conrad-Schlaun-Schule (JCS) zugestimmt.

Gerade, dass das Abstimmungsergebnis so deutlich für das Hotel-Projekt ausfiel, sei ein wichtiges Signal für den Investor und den Hotelbetreiber, erklärt Bergmann bei einem Pressegespräch am Freitag (28.8.).

Am Tisch im großen Saal des Bürgerhauses sitzen neben dem Bürgermeister auch Melanie Morgenthaler und Thorsten Schütte. Er wisse gar nicht mehr so genau, wie oft er in den vergangenen sechs Jahren schon in Nordkirchen gewesen sei, sagt Schütte. So lange arbeiten Gemeinde und Premero schon an dem Hotelprojekt.

Beeindruckt vom Schloss und dem Potenzial der Gemeinde

Was dem Hamburger aber noch sehr genau in Erinnerung geblieben ist, ist der erste Besuch in der Schlossgemeinde und das erste Mal, als er vor dem Schloss Nordkirchen stand. Er sei absolut beeindruckt gewesen und habe gleichzeitig das große Potenzial gesehen, das das Schloss der Gemeinde biete.

Sechs Jahre, viele Ortstermine und einige Änderungen an den Hotelplänen später, konnten Melanie Morgenthaler und Thorsten Schütte mehr Details über das Hotel und das angeschlossene Schwimmbad verraten. Geplant ist ein „Vier-Sterne-S“-Hotel. Das sei eine Klasse über dem Vier-Sterne-Hotel, aber noch kein Fünf-Sterne-Hotel, wie Thorsten Schütte erklärt. Die Klassifizierung richte sich dabei nach den Vorgaben des Deutschen Hotel und Gaststättenverbands (Dehoga).

Das neue Hotel soll 128 Doppelzimmer haben, darunter zwei Suiten und zehn Juniorsuiten. Letztere bieten etwas mehr Platz als ein normales Doppelzimmer. Im Erdgeschoss und den beiden Obergeschossen wird das Hotel rund 7900 Quadratmeter Fläche bieten, hinzu kommen 1500 Quadratmeter Fläche im Untergeschoss.

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Angefangen im Untergeschoss wird eine von zwei Gastronomien einziehen mit einer echten Überraschung: Der „Brauereikeller“ soll nämlich nicht nur so heißen, sondern auch in Nordkirchen gebrautes Bier anbieten. Verschiedene Sorten seien schon in Planung, sagt Schütte - vom Pils bis zum Bock. Gebraut wird direkt im Hotel.

Im Erdgeschoss sind zwei Eingänge zum Hotel vorgesehen - einer von der nördlichen Parkplatz-Seite und der Haupteingang von der Allee im Hof. In diese Richtung wird auch eine große Terrasse angelegt, damit im Siedlungsbereich Am Gorbach keine Geräuschbelästigung entstehen kann. Neben der Hotellobby wird es im Erdgeschoss ein Restaurant geben, dass „gehobene, aber keine Sterneküche“ anbieten wird, kündigt Melanie Morgenthaler an. Direkt nebenan liegt der Veranstaltungsbereich, der - je nachdem, wie der Raum aufgeteilt und bestuhlt ist - kleineren Gesellschaften bis 50 Personen und größeren Tagungen mit bis zu 740 Personen Platz bieten kann.

Hochzeitsgesellschaften sollen mehrere Tage bleiben

Hier zeigt sich am deutlichsten, bei welchen Zielgruppen die Planer besonders großes Potenzial für das geplante Hotel sehen: Allen voran sind es die Hochzeitsgesellschaften - zwischen 500 und 600 Trauungen finden jährlich am Schloss Nordkirchen statt. Bislang liege die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Hochzeitsgesellschaften in Nordkirchen bei wenigen Stunden. Ziel sei es, erläutert Thorsten Schütte, den Aufenthalt auf mehrere Tage zu strecken.

Die Projektentwickler stützen sich dabei nach eigenen Aussagen auch auf aktuelle Trends bei Hochzeiten. Demzufolge seien Hochzeiten mittlerweile auf mehrere Tage gestreckt und hätten sich zu großen Familientreffen entwickelt, die bereits vor der eigentlichen Trauung beginnen würden. Darin stecke für Nordkirchen ein riesiges Potenzial, sind sich Projektentwickler und Gemeinde sicher. Für die Trauungen wird es dann auch direkt einen Hochzeitspavillon geben, unter dem sich die Paare das Ja-Wort geben können.

Souvenirshop, Brauerei und Fahrradstation

Ein weiterer wichtiger Fokus liegt unter anderem auf den Fahrrad-Touristen, die das Hotel als Zentrum für Ausflüge in die Region mit dem Rad nutzen können. In der Hotel-Lobby wird es neben einem Souvenirshop dann auch eine Fahrradstation geben, wo Räder repariert, gereinigt und Ersatzteile gekauft werden können.

Die dritte, große Zielgruppe seien schließlich Geschäftskunden, die sich für Tagungen, Seminare und andere Veranstaltungen einbuchen können. Viele Unternehmen würden für solche Veranstaltungen mittlerweile eher ruhigere und ländliche Gegenden bevorzugen - wenn das Angebot stimmt. Das werde mit dem neuen Hotel der Fall sein, so Schütte.

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Als eigenes Gebäude wird das geplante Hallenbad neben einem Sportbecken auch ein Lehrschwimmbecken mit 60 bis 135 Zentimeter Wassertiefe beinhalten. Geplant ist ein „solides, ordentliches und langlebiges“ Schwimmbad, beschreibt Melanie Morgenthaler. Teil des Schwimmbads wird ein Spa-, beziehungsweise Wellnessbereich mit mehreren Saunen, einem Physiotherapie-Angebot, sowie nichtmedizinischen Massagen sein. Das Spa soll „Tagesaufenthaltsqualität“ haben, so Morgenthaler. Die Gemeinde wird sich ein Nutzungskontingent im Schwimmbad einkaufen. Wie groß der Bedarf für das öffentliche Schwimmen - unter anderem also Schulschwimmen und Vereinsnutzung - ist, werde gerade ermittelt, erklärt Dietmar Bergmann.

Die politischen Beratungen sind mit der Ratsentscheidung abgeschlossen. Der Plan sieht laut Projektentwickler vor, dass im Sommer 2021 Baustart ist. Die Bauzeit liege bei rund zwei Jahren, sagt Melanie Morgenthaler.

Standortvorteil für Nordkirchen

  • Vieles an den Hotelplänen klingt nach großem Luxus. Das soll das Hotel seinen Gästen auch bieten, es soll aber auch ein Angebot für Nordkirchener sein, machen die Projektentwickler und die Gemeindeverwaltung deutlich.
  • Abgesehen vom Schwimmbad sei das Angebot im Hotel, wie das Restaurant, die Veranstaltungsräume und der Braukeller, für jeden und nicht nur für Gäste nutzbar.
  • Tourismus-Managerin Maike Teetz sagt, Nordkirchen spiele, was das touristische Angebot angehe, mit dem Vier-Sterne-Hotel „in einer ganz anderen Liga“.
  • Dabei gehe es nicht darum, Konkurrenz aufzubauen, so Dietmar Bergmann. Das Hotel soll vielmehr zusätzliche Gäste in den Ort holen, wovon am Ende auch wieder die Geschäfte und Unternehmen vor Ort profitieren würden.
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