Homophobieskandal bei „Promis unter Palmen“: Sat.1 löscht Folge aus Mediathek

Reality-TV

Schwulenfeindliche Äußerungen eines Kandidaten sorgen für Empörung über die Sat.1-Show „Promis unter Palmen“. Knapp 24 Stunden nach der Ausstrahlung entfernt der Sender die Folge aus der Mediathek.

Berlin

14.04.2021, 08:15 Uhr / Lesedauer: 1 min
Marcus Prinz von Anhalt, Kandidat der Sat.1-Reality-Show "Promis unter Palmen", muss die Villa verlassen.

Marcus Prinz von Anhalt, Kandidat der Sat.1-Reality-Show "Promis unter Palmen", muss die Villa verlassen. © picture alliance/dpa/Sat.1

Sat.1 hat doch noch auf die massive Kritik an der Reality-TV-Show „Promis unter Palmen“ reagiert. Der Sender entfernt die aktuelle Folge aufgrund der homophoben Äußerungen des Teilnehmers Prinz Marcus von Anhalt aus der Mediathek, wie Sat.1 gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) mitteilte. Der Sender hatte die Ausstrahlung zunächst verteidigt.

„Prinz Marcus von Anhalt hat sich bei ‚Promis unter Palmen‘ inakzeptabel homophob geäußert. Wir haben versucht, diese Aussagen im Umfeld und im Anschluss der Sendung einzuordnen. Aber wir müssen feststellen: Diese Einordnung war so nicht ausreichend“, heißt es in der Stellungnahme. „Deswegen haben wir uns entschieden, die Folge online von allen Plattformen zu entfernen. Prinz Marcus von Anhalt wird in Zukunft in keiner Show von Sat.1 mehr stattfinden.“

Schwulenfeindliche Schimpfwörter zur besten Sendezeit

Kandidat Marcus Prinz von Anhalt (54), gelernter Fleischer und gegen Geld von Frédéric Prinz von Anhalt adoptierter früherer Bordellbesitzer, hatte in der am Montagabend ausgestrahlten Folge Frauen auf ihr Aussehen reduziert und war Dragqueen Katy Bähm, hinter der der Berliner Burak Bildik steckt, schwulenfeindlich angegangen. Unter anderem nannte er schwule Zärtlichkeiten „eklig“ und verwendete schwulenfeindliche Schimpfwörter.

Sat.1 hatte die Ausstrahlung zunächst gerechtfertigt: „Wir verstehen eure Entrüstung. Wir haben das lange diskutiert, aber es ist auch ein wichtiges Thema, das nicht verschwiegen werden darf – wie Katy selbst sagt“, schrieb der Sender bei Twitter.

RND

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