"Homo Instrumentalis" erzählt Geschichte der Menschheit

Ruhrtriennale in Duisburg

Nach den räumlich unkonventionell inszenierten Produktionen „Prometheus“ 2015 und „Earth Diver“ 2016 bietet „Homo Instrumentalis“ bei der Ruhrtriennale in der Gebläsehalle des Duisburger Landschaftsparks die klassische Frontalbühne, auf der zunächst nicht einmal allzu viel passiert.

DUISBURG

, 22.09.2017, 16:21 Uhr / Lesedauer: 1 min
"Homo Instrumentalis" erzählt Geschichte der Menschheit

Tänzer und Sängerinnen gestalten „Homo Instrumentalis“ bei der Ruhrtriennale in der Duisburger Gebläsehalle.

Das Beste hebe man sich möglichst für den Schluss auf, lautet eine goldene Regel am Theater. Beim dreiteiligen Projekt für neues Musiktheater bei der Ruhrtriennale hat sie offenbar keine Rolle gespielt. Zumindest wenn man das Regiekonzept zum zentralen Kriterium nimmt.

Die niederländische Künstlergruppe „Silbersee“, die mit vier Sängerinnen und vier Tänzern zu Live-Elektronik auftreten, erzählt eine Menschheitsgeschichte von den antiken Anfängen der Technik über die industrielle Revolution bis zum „Cybermenschen“ und – in einem kurzen Nachklapp – sogar darüber hinaus.

"Homo Instrumentalis" betrachtet "Cybermenschen"

Deutlich im Mittelpunkt steht dabei allerdings die Betrachtung des „Cybermenschen“ in Form einer Komposition von Georges Aperghis von 2000. „Silbersee“ hat daraus eine eigene, überlange Version entwickelt, die immerhin rund die Hälfte der 90 Minuten Aufführungsdauer einnimmt: „Machinations“. Das Vokalstück mit live eingespielten Elektronik-Sounds ist als einziges tatsächlich ausinszeniert.

Der Grieche Aperghis, der sich in den 70er Jahren vor allem in Frankreich einen Namen als progressiver Neutöner machte und hierzulande eher selten aufgeführt wird, spielt mit den musikalischen Qualitäten der (französischen) Sprache. Im Wesentlichen ist es Sprechgesang, der dabei zum Einsatz kommt, vom Arrangement reiner Laute bis zur Verarbeitung komplizierter philosophischer Sätze.

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