„Heute Show“ sorgt mit Hanau-Tweet für Empörung

Satire-Show

In einem Tweet bringt die ZDF „Heute Show“ das Hamburger Wahlergebnis mit dem Anschlag von Hanau in Verbindung. Dazu twittert die Redaktion auch die Namen der Anschlagsopfer.

Mainz

24.02.2020, 08:43 Uhr / Lesedauer: 1 min
Oliver Welke, Moderator der ZDF-Satiresendung „Heute Show“.

Oliver Welke, Moderator der ZDF-Satiresendung „Heute Show“. © picture alliance/dpa

Die Redaktion der ZDF „Heute Show“ hat mit einem Tweet für Empörung gesorgt. Zur Bürgerschaftswahl in Hamburg twitterte das Team der Satiresendung den Satz „Die Hamburger haben heute gestimmt für“ - darunter werden die Namen der beim Anschlag in Hanau getöteten Menschen aufgezählt.

Mit dem Tweet spielt die „Heute Show“ offensichtlich auf das schlechte Abschneiden der AfD an. Die rechte Partei erhielt bei der Bürgerschaftswahl in Hamburg nur 5,3 Prozent der Stimmen und musste zeitweise sogar um den Einzug ins Parlament bangen. Nach dem rechtsextremen Anschlag in Hanau hatte die Partei auch in Umfragen deutlich an Zustimmung verloren.

„Löscht den Tweet und entschuldigt euch“

Der Tweet der „Heute Show“ sorgt bei Twitter jedoch für großen Protest. „Nette Instrumentalisierung der Opfer“, schreibt beispielsweise ein Nutzer. „Das ist geschmacklos, und auch noch ein klassischer Fall von zu früh gefreut“, schreibt jemand anderes.

Ein weiterer fragt: „Habt ihr sowas wie ein Gewissen? Habt ihr sowas wie Anstand?“ Eine Nutzerin twittert: „Da sind MENSCHEN mitten aus ihrem Leben gerissen worden. Eltern, Partner, Kollegen, Freunde usw. beweinen und beklagen den schmerzhaften Verlust. Und dann kommt die ‚Heute Show“ und haut so einen pietätlosen Tweet raus. How dare you?“ Der Autor Mohamed Amjahid fordert: „Löscht den Tweet und entschuldigt euch.“

Auch Satiriker finden Tweet missglückt

Auch Satire-Kollegen kommentierten den umstrittenen Tweet. Titanic-Chefredakteur Moritz Hürtgen empfahl: „Liebe Kollegen, löscht den mal unauffällig und loggt euch für ein paar Tage aus.“

Die „Heute Show“ selbst hat sich bislang nicht zur Kritik geäußert.

RND/msc