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Tiefer Einblick in die Schreibwerkstatt

ASCHEBERG Wie ist er auf die Idee gekommen, wie hat er das geschrieben und warum so? Viele Fragen, die den Leser von Romanen bewegen, wenn sie nicht gerade vom Text selbst bewegt werden.

von Von Wolfgang Gumprich

, 19.11.2007
Tiefer Einblick in die Schreibwerkstatt

Die Steinfurter Schriftstellerin Eva Maaser las aus ihrem Romanerstling "Der Moorkönig".

Einen tiefen Einblick in ihre Schreibwerkstatt gab die Steinfurter Schriftstsellerin Eva Maaser auf einer Lesung, zu der der Ascheberger Kunst- und Kulturverein am Sonntag ins Bürgerforum eingeladen hatte.

Sie las aus ihrem Erstling "Der Moorkönig" - dem Roman hatte sie den Titel "Der Spökenkieker"" gegeben, ihr Verlag suchte einen anderen, vermeintlich besseren Titel, damit er auch südlich des Main gelesen würde. Ein ganzes halbes Jahr, so Maaser, dauerte es, bis der Verlag dann den Titel "Der Moorkönig" fand.

Porträt Westfalens

Während viele Autoren bei ihren Erstlingen auf ihr eigenes Leben zurückgreifen, fand es Eva Maaser viel spannender, sich in die Vergangenheit zu wenden, um ein Portrait Westfalens im beginnenden 19. Jahrhundert zu entwerfen. Ihre eigene Kindheit kam dann "fast automatisch" mit hinein, denn, so erzählte sie vor den 30 Zuhörern, ihre ersten fünf Jahre ihrer Kindheit hatte sie auf einem Bauernhof im Münsterland zu Anfang der 50-er Jahre verbracht. Die starken Geräusche und Gerüche auf dem Hof hätten sie stark geprägt, das spürte der Zuhörer, als sie auszugsweise aus dem Roman las.

Was war wichtig?

Was war wichtig für die Menschen damals, als Westfalen an Preußen fiel, später französisch besetzt war? Dieser Frage ging sie durch intensive Recherchen der Volkskunde Westfalens nach und entdeckte ganz nebenbei einen Fehler in ihrem Manuskript: Sie hatte die Tiere im Stall an Eisenketten gebunden, im 19. Jahrhundert waren es aber Stricke, also gab es nicht diese typischen Ketengeräusche...

In ihrer Kindheit wurde sie von ihrer Mutter mit Gespenster- und Spukgeschichten gefüttert, kannte die Schauergeschichten aus der Davert und liebte die Balladen der Annette von Droste-Hülshoff. So formte sich die Geschichte in ihrem Kopf, "als die Personen dort anfingen zu sprechen, dachte ich, nun musst du anfangen zu schreiben."

Offen ließ sie in der Lesung, ob es denn tatsächlich Spökenkieker gibt: "Ich bin skeptisch und auf Mutmaßungen angewiesen."

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