Henzes "Phaedra": Ein Mythos von Liebe und Tod

DUISBURG. Es gibt es einen neuen Höhepunkt im "Henze-Projekt" der Ruhr.2010: "Phaedra" im Theater Duisburg. Die vor drei Jahren uraufgeführte mythologische Oper von Liebe und Tod erlebt dort eine musikalisch beglückende Interpretation.

von Von Klaus Stübler

, 02.11.2010, 17:45 Uhr / Lesedauer: 1 min
Phaedra und der neue Hippolyt.

Phaedra und der neue Hippolyt.

Eine "Konzertoper in zwei Akten" hat Henze die "Phaedra" genannt. Trotzdem ist in Duisburg die bereits fünfte (!) szenische Realisierung des Werks zu sehen. Allerdings nimmt sich Sabine Hartmannshenn im ersten Akt sehr zurück und inszeniert statisch und abstrakt im recht nüchternen Interieur von Dieter Richter. Wer aber zur Pause geht - und das taten bei der Premiere einige -, kriegt nicht mit, was die ehemalige Assistentin von Willy Decker drauf hat. Denn mit der von Griechenland nach Italien wechselnden "Handlung" und Henzes ins Groteske abdriftendem musikalischen Tonfall wandelt sich bei ihr im zweiten Akt auch die Visualisierung.

Hippolyt wird erst über Felsen geschleift und dann in einem hohen, verfallenen Gemäuer mit zerborstenen Glasscheiben (was für einen Bühnenbild!) zusammengeflickt. - Das Skurrilste und Kurzweiligste, was die Produktion zu bieten hat.

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