Heimlich iPhones gedrosselt: Frankreich verhängt Millionenstrafe gegen Apple

Apple

Weil Apple seine iPhones drosselte, ohne die Nutzer darüber zu informieren, verhängte Frankreich eine Strafe über 25 Millionen Euro.

Garowe

von Alice Mecke

, 10.02.2020, 15:52 Uhr / Lesedauer: 2 min
Heimlich iPhones gedrosselt: Frankreich verhängt Millionenstrafe gegen Apple

Die Leistungsdrosselung wurde von Nutzern vor allem bei den Modellen iPhone 6, SE, 6s und 7 bemerkt. © dpa

Im Jahr 2017 wurde bekannt, dass Apple still ein Leistungsmanagement eingeführt hat, dass die Geräte unter bestimmten Bedingungen langsamer machte. Das Problem: Die Nutzer wurden nicht über die Einführung des sogenannten Batteriemanagements informiert. Französische Wettbewerbshüter haben deshalb eine Strafe verhängt, die Apple bereits akzeptiert hat. Rund 25 Millionen Euro muss der kalifornische Unternehmen nun zahlen - für den Konzern eine verschmerzbare Summe.

Die zuständige Abteilung des französischen Finanz- und Wirtschaftsministeriums teilte am Freitag in einer Pressemitteilung mit, dass die still eingeführte Leistungsdrosselung nach einer Untersuchung als irreführende geschäftliche Handlung eingestuft wird.

Leistungsdrosselung zwang Nutzer zum Neukauf

Wie das Onlinemagazin „Heise“ berichtet, betraf das Batteriemanagement die Modelle iPhone 6, 6s, SE und 7. Um eine unerwartete Notabschaltung des iPhones bei schlechter Akkuleistung zu verhindern, hat Apple mit iOS 10.2.1 eine Leistungsdrosselung eingeführt. Verärgerte Nutzer wurden auf die Neuerung durch Tests aufmerksam und machten die Problematik publik. Apple entschuldigte sich für die Leistungseinbußen und lies die Akkus zum Pauschalpreis von 30 Euro austauschen.

Allerdings hatten die Nutzer keine Möglichkeit, wieder zum alten Betriebssystem zurückzukehren, auf die Leistungsdrosselung konnte somit nicht verzichtet werden. So seien viele zu einem Akkuwechsel oder gar einem iPhone-Neukauf getrieben worden, argumentiert das französische Finanz- und Wirtschaftsministerium.

25 Millionen Euro Strafe

In Übereinstimmung mit der Pariser Staatsanwaltschaft sei deshalb eine Strafzahlung in Höhe von 25 Millionen Euro gegen Apple verhängt worden. Der Tech-Riese hat die Zahlung bereits akzeptiert, teilt die Behörde mit. Zudem muss Apple auf seiner französischen Webseite einen Monat lang einen Hinweis auf das Ergebnis der Untersuchung und die Strafzahlung anzeigen.

Im vergangenen Jahr war auch die italienische Wettbewerbsbehörde auf die verringerte Leistung der Apple-Akkus aufmerksam geworden, beziehungsweise auf die nicht erfolgte Information der Kunden darüber. Wegen des Verstoßes gegen Verbraucherrechte, hatte Italien ebenfalls eine Geldstrafe verhängt, allerdings lediglich in Höhe von fünf Millionen Euro. Auch Apple Italien musste auf seiner Webseite auf die Leistungsdrosselung aufmerksam machen.

Apple verspricht „fortgeschrittenes“ neues Batteriemanagement

Das Batteriemanagement wurde mit iOS-Updates auch auf neueren iPhones eingeführt. Mittlerweile hat Apple diverse Änderungen vorgenommen und spricht selbst von einem Batteriemanagement, das „fortgeschrittener ist als bisher“. So soll die Leistungsauswirkung durch alternde Batterien reduziert werden. Eine Drosselung wird - bei Modellen ab dem iPhone 11 - außerdem unter „Batteriezustand“ angezeigt und lässt sich dort auch wieder deaktivieren. Jedoch nur bis die Drosselung erneut greift.