Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Schutzstreifen für Radfahrer bleiben umstritten

B 70-Ortsdurchfahrt

Es hat sich nicht viel geändert in der politischen Diskussion: Genau wie im Vorjahr bleibt beim Ausbau des letzten Teilstücks der B 70-Ortsdurchfahrt die Führung der Radfahrer in dem kritischen „Engpass“ der Ludgeristraße weiter umstritten – das zeigte die Debatte bei der Vorstellung der Detailplanung durch Olaf Timm von der Ingenieurgesellschaft NTS aus Münster in der Ratssitzung am Mittwochabend im Kreuzzentrum.

HEEK

von Von Manfred Elfering

, 26.05.2011
Schutzstreifen für Radfahrer bleiben umstritten

Die Verschwenkung in diesem Bereich hinter der Einmündung Leuskesweg soll »entschärft« werden, indem die Radfahrer noch ein Stück weiter auf dem kombinierten Hochbordweg geführt werden und erst später auf die Fahrbahn.

Sollen die Radfahrer auf so genannten „Schutzstreifen“ über die Fahrbahn geleitet werden, oder besser einen kombinierten Geh- und Radweg auf Hochbord benutzen? – Die Meinungen in diesem zentralen Punkt prallten wie gehabt aufeinander. Olaf Timm konnte aber immerhin mit einer Neuerung gegenüber dem ursprünglichen Entwurf aufwarten: Die Planer hatten den Einstiegsbereich ab Leuskesweg mit der abrupten Verschwenkung der Radfahrerspur auf die Fahrbahn als problematisch erkannt und schlugen vor, diese Stelle zu entschärfen. Die Radfahrer sollen in diesem Bereich zunächst weiter auf dem Hochbordweg geführt und dann erst auf die Fahrbahn geschickt werden.

Ab dort sollen auf einer Gesamtfahrbahnbreite von sieben Metern beidseitig die besagten Schutzstreifen von jeweils 1,25 Metern Breite entstehen. Die verbleibende Fahrbahn (4,50 Meter) müssten sich dann die Kraftfahrzeuge teilen – kein Problem für PKW. Ein Begegnungsverkehr von LKW sei in diesem Bereich ebenfalls möglich, kämen dann allerdings noch Radfahrer hinzu, werde es eng: „Dann ist gegenseitige Rücksichtnahme der Verkehrsteilnehmer gefragt“, so Timm, der die Skeptiker mit den guten Erfahrungen mit solchen Regelungen in anderen Städten zu beruhigen versuchte: „Das ist inzwischen der Stand der Forschung.“ Ein kombinierter Geh- und Radweg sei in dem betreffenden Bereich nicht möglich, da die vorgeschriebene Mindestbreite nicht umsetzbar sei. Die Alternative, die Radfahrer über den Gehweg zu führen, sei ebenfalls verworfen worden, da dies bei den vielen Grundstücksein- und -ausfahrten zu gefährlich sei und auch zu Konflikten mit den Fußgängern – etwa mit Kinderwagen oder Rollatoren – führe. Bei dem „Kompromiss“ mit den Schutzstreifen handele es sich dagegen um eine „sehr sichere Lösung“, stellte Timm heraus.

Dennoch: Ganz überzeugen konnte die Lösung die Kritiker vor allem aus der SPD-Fraktion nicht. Als sich in einer Sitzungsunterbrechung, in der auch die zahlreich anwesenden Bürger Fragen stellen konnten, Maria Elisabeth Möllers danach erkundigte, ob in dem kritischen Bereich auch Autos parken dürften, gab es weiteren Erklärungsbedarf: Wie Thorsten Meyer vom Bauamt erläuterte, lasse die aktuelle Straßenverkehrsordnung dort zwar kein Parken, aber Halten etwa zum Be- und Entladen zu. Die Radfahrer müssten in solchen Fällen dann halt ausweichen. Angesichts dieser Erkenntnisse äußerte Fraktionschef Reinhard Brunsch erneut die grundsätzlichen Bedenken der SPD gegenüber der „problematischen Lösung“ mit den Radfahrstreifen und regte nochmals eine eingehende Prüfung möglicher Alternativen an. Sämtliche in der Sitzung vorgetragenen Anregungen und Bedenken sollen nun gesammelt und mit dem Planungsbüro und den beteiligten Behörden im Detail erörtert werden.

Lesen Sie jetzt