Hass-Plakat und Schmäh-Gesänge: Hopp stellt Strafanzeige

Fußball: Bundesliga

Dietmar Hopp will sich auch im zehnten Bundesliga-Jahr von Hoffenheim einfach nicht an Beleidigungen von Fans gewöhnen, die in ihm einen Verräter der Traditionsklubs sehen.

SINSHEIM

31.10.2017, 11:43 Uhr / Lesedauer: 2 min
Hass-Plakat und Schmäh-Gesänge: Hopp stellt Strafanzeige

Borussia Mönchengladbach droht wegen des Hass-Plakats gegen Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp eine Strafe. © dpa

Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp geht mittlerweile massiv gegen Hass-Plakate und Schmäh-Gesänge vor, die es in der Bundesliga regelmäßig gegen ihn gibt. Der 77 Jahre alte Milliardär stellt jedes Mal eine Strafanzeige, wie ein Sprecher des Bundesligisten bestätigte. Nach der Aktion von Mönchengladbacher Fans ermittelt auch der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).

"Fußball-Mörder"

Vor der 1:3-Niederlage von 1899 Hoffenheim gegen die Borussia am Samstag war Hopp auf einem Spruchband im Gäste-Block als „Fußball-Mörder“ verunglimpft worden.

Sowohl Gladbachs Sportdirektor Max Eberl und Trainer Dieter Hecking als auch die Hoffenheimer Verantwortlichen sowie Bundestrainer Joachim Löw, der im Stadion war, hatten die Aktion scharf verurteilt. Gladbach schickte zudem ein Entschuldigungsschreiben.

Als Schriftzug zusammengebastelt

Hopp wird seit dem Bundesliga-Aufstieg des einstigen Dorfvereins 2008 immer wieder von gegnerischen Fans in Sprechgesängen und oft auch auf Spruchbändern beleidigt. Hoffenheims Geschäftsführer Hansi Flick äußerte die Hoffnung, „dass der DFB und die DFL alles unternehmen, diese menschenverachtenden Äußerungen zu unterbinden und drastisch zu sanktionieren“.

Auf die Frage, wie so ein großes Plakat an den Kontrollen vorbei ins Stadion gelangen könne, verwies Hoffenheims Sportchef Alexander Rosen auf seine Informationen aus dem Stab der Sicherheitsbeauftragten. Demnach wurden die Buchstaben einzeln in die Arena geschmuggelt und dort auf einem genehmigten Banner als Schriftzug zusammengebastelt.

Telefonische Entschuldigung

Im Aufstiegsjahr hatte ein Fan von Borussia Dortmund mit einem Plakat, auf dem Hopps Gesicht in einem Fadenkreuz mit der Unterschrift „Hasta la vista“ zu sehen war, für große Aufregung gesorgt. Der Urheber entschuldigte sich damals telefonisch, daraufhin zog Hopp seine Anzeige zurück.

Die Kraichgauer treten nach ihrem Europa-League-Spiel bei Basaksehir Istanbul (Donnerstag/19.00 Uhr/Sky) in der Bundesliga am Sonntag beim 1. FC Köln an. Dessen Anhänger waren in der vergangenen Saison bei diesem Duell ebenfalls mit üblen Beleidigungen auf einem Plakat aufgefallen. Rosen sprach damals von einer „neuen Dimension des Hasses“.

"Ich möchte nicht bedauert werden"

Auch da hatte Hopp Anzeige erstattet und später in der „Sport Bild“ erklärt: „Ich möchte nicht bedauert werden. Aber natürlich ist das belastend, weil es ungerecht ist.“ Über den Stand der diversen Verfahren wollte sich Hoffenheim nicht äußern.

Von dpa

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