Handwerker sollte lebendig verbrennen – Zufall verhindert Doppelmord

dzLandgericht Duisburg

Eine unfassbare Tat beschäftigt das Duisburger Schwurgericht. Angeklagt ist ein 63-Jähriger, der angeblich einen Handwerker und dessen Frau mit Spiritus übergoss, um sie lebendig zu verbrennen.

Duisburg

, 10.11.2020, 14:23 Uhr / Lesedauer: 2 min

Erst hatte er freundlich geklopft, dann überschlugen sich die Ereignisse. Vor rund sechs Monaten soll ein 63-jähriger Mann aus Duisburg versucht haben, einen Handwerker und dessen Ehefrau lebendig zu verbrennen. Seit Dienstag beschäftigt der unfassbare Fall das Duisburger Schwurgericht. Der Angeklagte schweigt. Die Anklage lautet auf Mordversuch.

Mit Brennspiritus übergossen

Laut Staatsanwaltschaft war der 63-jährige am 12. Mai 2020 an der Firmenadresse eines Sanitärunternehmens aufgetaucht. Die Tür war aufgrund der Corona-Vorschriften verschlossen. Weil er jedoch bemerkt wurde, wurde er hineingelassen. Dann ging es auch schon drunter und drüber. Der Angeklagte soll sofort damit begonnen haben, den Chef und dessen Ehefrau – die völlig ahnungslos waren – mit Brennspiritus zu übergießen. Zwei Liter hatte er angeblich dabei.

Feuerzeug funktionierte nicht

Dann versuchte er den 52-Jährigen und dessen zwei Jahre jüngere Ehefrau laut Anklage mit einem Feuerzeug in Brand zu setzen. Doch das Ehepaar hatte unglaubliches Glück. Das Feuerzeug hat nicht funktioniert.

Mit Schlägen und Tritten war es dem Firmeninhaber schließlich gelungen, den Angeklagten vor die Tür zu setzen. Obwohl der 63-Jährige sogar noch ein Messer gezogen haben soll. Die Festnahme war noch in Tatortnähe erfolgt.

Räumungsstreit nach Wasserschaden

Hintergrund der unglaublichen Tat soll ein Räumungsstreit gewesen sein, mit dem der Sanitärunternehmer nur ganz am Rande etwas zu tun hatte. Er hatte im Haus des Angeklagten einen Wasserschaden repariert und später ausgesagt, wann die Arbeiten stattgefunden haben. Genau dieses Datum soll der 63-Jährige jedoch als falsch angesehen haben.

Er hatte damals die Miete gekürzt und war aus diesem Grund später mit einer Räumungsklage überzogen worden. Der angebliche Vorwurf des Vermieters: Der Angeklagte hat auch dann nicht wieder den vollen Betrag überwiesen, als der Wasserschaden längst repariert worden sei.

Urteil könnte schnell fallen

Vor Gericht hat der Duisburger am Dienstag von seinem Schweigerecht Gebrauch gemacht. Im Falle einer Verurteilung wegen Mordversuchs droht ihm eine mehrjährige Haftstrafe. Das Duisburger Schwurgericht hat für den Prozess zunächst noch drei Verhandlungstage angesetzt. Mit einem Urteil ist voraussichtlich noch in diesem Monat zu rechnen.

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