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Michael steigt fremden Menschen aufs Dach

Bester Azubi

Bester Auszubildender der Dachdecker im Kreis Coesfeld: Mit diesem Titel darf sich der Halterner Michael Nolde seit kurzem schmücken. Der 19-Jährige setzte sich gegen rund 30 andere angehende Dachdecker durch und erzielte die beste Abschlussprüfung.

HALTERN

von Von Berthold Fehmer

, 05.05.2011
Michael steigt fremden Menschen aufs Dach

Michael Nolde (l.) ist bester Dachdecker-Auszubildender im Kreis Coesfeld. Sowohl er, als auch sein Meister Herbert Rohlf erhielten dafür eine Urkunde.

Richtig stolz ist sein Meister Herbert Rohlf aus Lavesum auf seinen Schützling. "Er ist ein Selbstläufer", sagt er und verweist auf den ungewöhnlichen Werdegang. Vom Gymnasium ging Michael nach der zehnten Klasse ab. "Nach zehn Jahren Schule hatte ich keine Lust mehr, ich brauchte eine Pause."

Etwas komisch sei er durchaus angeschaut worden, als er seinen Klassenkameraden mitteilte, dass er eine Ausbildung zum Dachdecker antreten wolle. Was angesichts der familiären Verhältnisse aber etwas nachvollziehbarer wird: "Mein Bruder ist Zimmermann, mein Vater Schreiner."

In den Betrieb reingeschnuppert

Worauf sich Michael einließ, wusste er bereits vorher. "Mit 14 hatte er schon mal in unseren Betrieb reingeschnuppert", sagt Rohlf, der Michael schon seit seiner Geburt kennt. Statt drei Jahren Ausbildungszeit verkürzte Michael auf zweieinhalb und ließ dennoch im Januar bei den Prüfungen seine Konkurrenten hinter sich. Am liebsten würde Rohlf so einen guten Mann natürlich nicht ziehen lassen, aber Michael will sich mit dem Gesellenbrief noch nicht zufrieden geben. "Man muss ja etwas tun." In einem halben Jahr will er in Coesfeld zum Berufskolleg wechseln, bis dahin weiter in der Firma arbeiten.

Fachabitur, dann Studium 

In Coesfeld will Michael sein Fachabitur absolvieren und anschließend in Richtung Bauwesen studieren. "Vielleicht Statik - aber das muss ich mir noch überlegen und mich erst mal genauer informieren."

Rohlf glaubt, dass Michael anschließend sehr gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben wird. "Leute, die vor dem Studium eine Ausbildung gemacht haben, sind gefragt." Außerdem sei es kaum sinnvoll, sein Leben lang auf den Dächern zu verbringen. Das machten die Knochen spätestens ab dem 50. oder 55. Lebensjahr einfach nicht mehr mit. "Bis 67 oder 69 schafft das keiner." 

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