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Liebe geben, Grenzen setzen

Hullern "Obwohl der Beruf erst spät nach der Grundschule kommt, lernen die Kinder in dieser Zeit sehr viele Kompetenzen, die sie im späteren Leben benötigen", betonte Hartmut Giese am Mittwochabend.

15.11.2007

Liebe geben, Grenzen setzen

<p>Hartmut Giese. Schenk</p>

Auf Einladung von Schulleiter Antonius Bielefeld war der Suchtberater in die Hullerner Grundschule gekommen und stellte sich den Fragen zahlreicher Eltern. Neben den individuellen Problemen der Erwachsenen ging der Halterner vor allem auf wichtige Kompetenzen wie Vertrauen, Respekt oder Toleranz ein, die die Suchtgefahr eines Kindes erheblich einschränken.

"Niemand ist perfekt, das muss jedem klar sein", stellte Giese dabei von Anfang an klar. Jeder Mensch habe unterschiedliche Fähigkeiten und Stärken: "Der eine kann besser zuhören als der andere oder ist vielleicht etwas sportlicher. Wichtig ist jedoch, dass Respekt vom Kind gegenüber den Eltern und von den Eltern gegenüber dem Kind vorhanden ist", erläuterte Giese. Der Suchtberater betonte, dass es auch in Haltern Probleme mit Drogen und Alkohol gibt: "An jeder Schule könnte man jede beliebige Droge bekommen, Haltern ist nicht drogenfrei", so Giese. Vor allem das soziale Umfeld beeinflusse die Kinder dabei sehr.

Traumatische Erlebnisse

Entgegen der weit verbreiteten These, dass ausschließlich der häufige Konsum von beispielsweise Alkohol süchtig machen würde, seien es auch Dinge wie Clique, Gruppenzwang oder traumatische Erlebnisse, die zu einer Abhängigkeit führen könnten. Besonders schockierend ist die Zahl der Personen, die an der Folge von Tabak-Konsum sterben: "Jährlich sind es zwischen 110 000 und 140 000 Menschen, das ist, als wenn jeden Tag ein Jumbojet abstürzt", so Giese.

Am Ende des Vortrages hatten die Eltern damit am meisten über sich selbst gelernt. Die Mischung aus Grenzen setzen und Liebe geben muss stimmen, dann ist eine Suchtgefahr des eigenen Kindes gering. "Die Mischung zu finden ist nicht ganz einfach, aber wenn man offen und ehrlich ist und sich auch mal eigene Fehler eingesteht, fällt vieles leichter", zog Giese ein Fazit. Niklas Schenk

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