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Intelligente Wildschweine

Haltern Man merkt die ersten jagdlichen Aktivitäten. Seit Mitte September ist es erlaubt, Enten zu bejagen. Der Hase ist seit dem 1. Oktober frei gegeben, und seit Mitte Oktober auch der Fasan. Klassische Rassen, die in unseren Fluren die größte Population ausmachen.

06.11.2007

Intelligente Wildschweine

<p>Bruno Oelmann zeigt auf die aufgebrochenen Grasplaggen, die die Wildschweine auf der Suche nach tierischen Eiweißen verursachen.</p>

Bejagt werden in der Regel aber nur die Hähne. Gibt es zu viele, bekämpfen sie sich im nächsten Frühjahr, und der Bestand ist nicht mehr gewährleistet.

Jungtiere

Die Wildbestände scheinen sich mit Ausnahme des Schwarzwildes nicht wesentlich gegenüber den Vorjahren verändert zu haben. Die anfängliche Trockenheit zu Jahresbeginn war dabei weniger schädlich als die folgende lange Nässeperiode. Gerade den Jungtieren setzt diese besonders zu.

Drastisch verändert hat sich die Zahl der Wildschweine vor allem in der Haard. "Der Bestand ist explodiert", erzählt Bruno Oelmann, der die Haard wie seine Westentasche kennt. Bis 2000 war der 71-Jährige hier 38 Jahre lang Revierförster, und zuvor begleitete er seinen Vater, ebenfalls Revierförster, 41 Jahre lang durch die heimische Natur. Seit 1990 haben sich die Wildschweine im großen Maße angesiedelt, sie sind über Lippe und Kanal eingewandert, ihre Zahl liegt heute bei 200 bis 300. Die Tiere richten immense Wildschäden an, die kaum mehr zu ersetzen sind. Nicht nur, dass die Allesfresser nach viel pflanzlicher Nahrung auf tierisches Eiweiß aus sind und auf der Suche nach Maden und Larven Grasplaggen und Mutterboden über große Strecken aufbrechen, sie zerstören auch ganze Maisfelder. Dabei beweisen sie, warum sie als "intelligente Tiere" gelten: Sie fressen die Maisfelder - ungesehen von außen - von der Mitte her auf, lassen aber die Ränder unberührt stehen. Sie ziehen in ihren Rotten durch alle Landstriche und legen am Tag 20 bis 30 Kilometer zurück.

Sauberer Schuss

Mit Bewegungsjagden versuchen die Jäger, den Bestand der Wildschweine zu dezimieren. Einige Jäger gehen durch das Gebiet, veranlassen die Tiere, ohne Hetze weiterzuziehen. So können andere Jäger in Ruhe die richtigen (schwache und ältere) Tiere auswählen und mit einem sauberen Schuss (ins Herz) erlegen. Das ist nicht nur wichtig, um unnötiges Leiden zu vermeiden, sondern auch für den kulinarischen Genuss: Wird das Tier gehetzt, verursacht der Adrenalinanstieg eine Versäuerung des Fleisches. Die Jäger bilden sich nicht nur immer wieder im Schießen aus, sondern lernen auch, wie das Fleisch nach dem Schuss zu bearbeiten und zuzubereiten ist.

Mit den Jagden bemühen sich alle Jäger, die Population in gesundem und so kontrolliertem Maße zu regulieren. Vorrangig gilt es, schwache und kranke sowie ältere Tiere zu bejagen bzw. größeren Beständen bei starken Zuwächsen vorzubeugen. So bleiben die Bestände gesund und kräftig, richten weniger Schäden in Wald und Flur an. Elke Rüdiger

Intelligente Wildschweine

<p>Aus einem Hochstand - wie hier in der Haard - können die Jäger in aller Ruhe das Wild beobachten. RN-Fotos (2) Rüdiger</p>

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