Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

GmbH auf dem Gabentisch

Haltern Sie suchen ein Geschenk für Weihnachten? Wie wäre es mit einer GmbH. Aber fragen Sie vorher ihren Anwalt und Ihren Steuerberater.

08.11.2007

Ganz so hat es der Steuerexperte Prof. Dr. Günther-Herbert Melcher nicht formuliert. Aber seine Botschaft am Dienstagabend in der Stadtsparkasse war klar: Im Steuerrecht steht eine Zeitenwende bevor. Nicht nur, wer etwas zu verschenken oder vererben hat, sondern auch Betriebsinhaber sollte sich schnell und sorgfältig informieren.

"Von der Steuererklärung auf dem Bierdeckel sind wir meilenweit entfernt - und im Jahr 2008 noch ein bisschen weiter", stellte Melcher zum Auftakt seines Vortrages fest. Es wird also alles noch komplizierter, aber für den Unternehmer nicht unbedingt schlechter. Die Einführung eines Investitionsabzugsbetrages bezeichnete der Steuerberater sogar als "Geschenk des Himmels". Damit habe der Unternehmer eine "schöne Möglichkeit", seinen Gewinn zu beeinflussen. Eine degressive Abschreibung sei nicht mehr nötig.

Keine Nachteile für den Steuerzahler sieht Melcher auch in der Neuregelung der Gewerbesteuer. Diese könne zwar nicht mehr als Betriebsausgabe abgesetzt werden, aber dafür sinke die Steuermesszahl von 5 auf 3,5 Prozent. Bei einem Hebesatz von 400 Prozent habe die Gewerbesteuer für Einzelunternehmen und Personengesellschaften keine Auswirkungen, rechnete der Experte vor. Bei 500 Prozent sei sie schon ein bisschen spürbar. Haltern liegt mit 450 Prozent genau dazwischen. Vorsicht ist beim GmbH-Gesetz geboten. Bisher sei die Offenlegungspflicht kaum einmal ernsthaft verfolgt worden, so Melcher. Aber: "Durch ein neues elektronisches Register fallen schwarze Schafe künftig eher auf."

Personengesellschaften, die sich für die Option entscheiden, den Steuersatz auf rund 30 Prozent festzulegen, "gehören in die Hände eines guten Steuerberaters", so der Professor. In diesem Fall sei es ratsam, noch in diesem Jahr alle Rücklagen aus der Firma herauszuholen. Als bessere Variante empfahl Melcher die Gründung einer GmbH. Bei einem Gewinn ab 150 000 Euro im Jahr sei dies die richtige Strategie.

Aber auch zur Vermeidung von Erbschaftssteuern könne es durchaus sinnvoll sein, das Vermögen in eine GmbH zu transferieren. Wer seine Frau so reichlich beschenkt, sollte allerdings vorher eine Regelung für den Fall der Trennung vereinbaren. "In Münster wird jede zweite Ehe geschieden", warnte Melcher. Thomas Liedtke

Lesen Sie jetzt