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Gewinnen durch Verzicht?

09.11.2007

Die gute Nachricht ist: Jedes Kind in der offenen Ganztagsschule bekommt eine warme Mahlzeit. Dabei bleibt es, und das sollte beim Streit über den Verzicht auf die Fördergelder des Landes nicht vergessen werden.

Auf der Strecke zu bleiben droht aber die Bereitschaft der Bürger, sich für diesen sozialen Zweck zu engagieren. Beigeordneter Hans-Josef Böing beklagte, dass die öffentliche Diskussion bereits dazu geführt habe, dass Sponsoren über einen Rückzug nachdenken.

Damit verdreht er Ursache und Wirkung. Anlass für die Diskussion ist die Entscheidung der Stadtspitze, auf die Fördermittel des Landes zu verzichten. Wenn eine Stadt, die seit Jahren um jeden Euro betteln muss, brüskiert einen Bewilligungsbescheid zurückweist, dann wundern sich die Bürger. Böing und die Fraktionen von CDU und WGH haben offensichtlich unterschätzt, dass den Menschen kaum oder gar nicht zu vermitteln ist, wie aus einem Verzicht auf 9400 Euro ein Gewinn werden kann.

Ganz unzufrieden dürfte der Schuldezernent dennoch nicht sein. Die Debatte hat polarisiert. Und zwar so stark, dass sich selbst hartnäckige Böing-Kritiker in der CDU-Fraktion lautstark für ihn in die Bresche schlugen. Der Beigeordnete darf dies getrost als gutes Zeichen für seine Wiederwahl werten, die im nächsten Jahr ansteht.

Mit überzogener Schärfe in der politischen Debatte wird es allerdings kaum gelingen, Sponsoren von der Notwendigkeit ihrer Hilfe zu überzeugen. Wenn der Pulverdampf verzogen ist, muss das aber das Ziel sein. Denn selbst wenn die Stadt im nächsten Jahr die Landesmittel in Anspruch nimmt - und davon ist auszugehen - wird privates Engagement weiter notwendig sein.

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