Jugendliche und Kinder sollen 18-Jährige vergewaltigt haben - Hund fand das Mädchen im Wald

dzGruppenvergewaltigung

Fünf Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 15 Jahren sollen eine 18-Jährige in Mülheim gemeinsam vergewaltigt haben. Vor Gericht wehren sich die Angeklagten – angeblich selbst schockiert.

Duisburg, Mülheim

, 07.01.2020, 12:28 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Gesichter vermummt, die fellbesetzen Kapuzen der Winterjacken tief nach unten gezogen: Es war kurz vor halb zehn, als die ersten beiden Angeklagten das Duisburger Landgericht betraten. Ihr Weg führte sie vorbei an Kamerateams und Fotografen. Kein Wort, kein Blick – auch im Gerichtssaal mummelten sie sich sofort ein. So lange, bis alle Journalisten den Saal verlassen haben. Öffentlichkeit ist in diesem Prozess nicht zugelassen.

Gerade mal 14 waren die insgesamt drei Angeklagten zu Tatzeit. Das war im Juli 2019. Damals sollen sie gemeinsam mit zwei Zwölfjährigen über eine junge Frau hergefallen sein. Eine Gruppenvergewaltigung in einem Waldstück in Mülheim an der Ruhr. Der Fall hatte damals bundesweit für Entsetzen gesorgt – auch, weil die mutmaßlichen Täter noch so jung sind. Den Zwölfjährigen kann nicht einmal der Prozess gemacht werden. Sie gelten vor dem Gesetz noch als Kinder und damit als strafunmündig.

Einvernehmlicher Geschlechtsverkehr?

Vor Gericht wollen die Jugendlichen, die bulgarische Pässe haben, erst einmal schweigen. Das hat Marc Decker, einer der Verteidiger, in einer Verhandlungspause erklärt. Außerdem würden sie die Vorwürfe bestreiten. Decker spricht von „einvernehmlichem Geschlechtsverkehr“. So würde es sein Mandant beschreiben.

Man kannte sich. Das steht wohl fest. Der mutmaßliche Hauptangeklagte, der als einziger in Untersuchungshaft sitzt, soll die 18-Jährige früher schon einmal vergewaltigt haben. Auch darum geht es vor Gericht. „Man stand in Kontakt – über WhatsApp“, so Decker. Dass es überhaupt zu einem Prozess gekommen ist, habe seinen Mandanten schwer beeindruckt. „Er ist schockiert und leidet darunter.“ Eigentlich sei er nämlich ein ganz normaler 14-jähriger Jugendlicher. „Er hat keinerlei Auffälligkeiten und ist absolut umgänglich.“

18-Jährige ist „traumatisiert“

Anwohner hatten die 18-Jährige damals gefunden. Ein Hund hatte angeschlagen. Daraufhin hatten sie nachgesehen. Zum Prozessauftakt ist die junge Frau am Dienstag nicht erschienen. „Sie ist traumatisiert, befindet sich in psychologischer Behandlung“, sagte Kirsten Etzbach, die sie vor Gericht betreut.

Mit den Urteilen ist voraussichtlich erst im März zu rechnen.

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