Gruppenvergewaltigung im Park: Haftstrafen für alle vier Angeklagten

Prozess

Eine junge Frau wird in der Nacht von Männern angesprochen, in einen Park gezerrt und vergewaltigt. Monate nach der Tat steht das Urteil fest: Die vier Angeklagten müssen mehrere Jahre ins Gefängnis.

Düsseldorf

16.07.2020, 14:38 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Männer, die eine 22-Jährige im Düsseldorfer „Volksgarten“ vergewaltigt haben, wurden zu mehreren Jahren Haft verurteilt.

Die Männer, die eine 22-Jährige im Düsseldorfer „Volksgarten“ vergewaltigt haben, wurden zu mehreren Jahren Haft verurteilt. © picture alliance/dpa

Acht Monate nach der Gruppenvergewaltigung einer 22-Jährigen nachts in einem Düsseldorfer Park sind vier Männer zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Den mit 19 Jahren jüngsten Angeklagten verurteilte das Landgericht am Donnerstag zu einer vierjährigen Jugendstrafe. Die anderen Angeklagten im Alter zwischen 22 und 34 Jahren erhielten Haftstrafen zwischen dreieinhalb und acht Jahren. Aus Jugendschutzgründen waren der Prozess und die Urteilsverkündung nicht öffentlich.

Wie es heißt, fand die Richterin sehr deutliche Worte. Die Staatsanwaltschaft hatte Jugend- und Haftstrafen zwischen dreieinhalb und sieben Jahren gefordert. Die Angeklagten hatten sich im Vorfeld gegenseitig belastet. Sie sollen die junge Frau im November 2019 nachts an der Düsseldorfer S-Bahn-Haltestelle „Volksgarten“ angesprochen und dann in den angrenzenden Park gezerrt haben. Dort soll das Opfer von den drei Älteren mehrfach vergewaltigt worden sein, einer von ihnen soll die Taten gefilmt haben.

Der 19-Jährige sei gegangen, als es ihm zuviel wurde und habe einen Passanten gebeten, die Polizei zu rufen. Als die Streifenbeamten am Tatort eintrafen, war ein Mann noch bei dem Opfer. Die Polizisten waren zufällig in der Nähe gewesen und nahmen den Mann fest. Die Männer hatten ihr Opfer wohl zufällig getroffen, sie waren auf dem Heimweg vom Training. Die Verteidiger der vier Angeklagten werden das Urteil wohl anfechten. Sie hatten in einem Fall einen Freispruch sowie Bewährungs- oder geringe Haftstrafen für ihre Mandanten gefordert.

dpa

Lesen Sie jetzt