Griechische Regierung will mit Barriere im Meer Migranten stoppen

Flüchtlingspolitik

Die Zahl der Migranten, die illegal aus der Türkei nach Griechenland gekommen sind, hat 2019 stark zugenommen. Die neue konservative Regierung in Athen plant nun schwimmende Barrieren im Meer.

Athen

30.01.2020, 10:53 Uhr / Lesedauer: 1 min
Griechische Regierung will mit Barriere im Meer Migranten stoppen

Flüchtlinge kommen in einem Schlauchboot aus der Türkei auf der griechischen Insel Lesbos in der Nähe der Hafenstadt Mitilini (Mytilini) an. Solche Überfahrten will die griechische Regierung künftig abwehren - mit einer schwimmenden Barriere. © dpa

Die griechische Regierung will mit schwimmenden Barrieren aus Kunststoff Migranten daran hindern, aus der Türkei zu den griechischen Inseln überzusetzen. Zunächst sei ein Versuch geplant, sagte Verteidigungsminister Nikos Panagiotopoulos. „Wir wollen sehen, ob das funktioniert und wo und ob es eingesetzt werden kann“, sagte Panagiotopoulos im Nachrichtensender Skai am Donnerstagmorgen.

Die griechische Presse verglich die geplanten Absperrungen technisch mit den Barrieren gegen Ölteppiche im Meer. Die Ausschreibungen waren am Vortag auf der Homepage des Verteidigungsministeriums veröffentlicht worden. Beobachter in Athen bezweifelten, dass die Barrieren Schleuser und Migranten davon abhalten könnten, die griechischen Küsten zu erreichen.

Griechenland verschärft Asylpolitik

Die konservative griechische Regierung hat in den vergangenen Monaten das Asylverfahren beschleunigt. Sie will 1200 neue Grenzpolizisten einstellen und baut geschlossene Registrier- und Abschiebelager auf den Inseln im Osten der Ägäis.

Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) hatte 2019 die Zahl der Migranten, die illegal aus der Türkei nach Griechenland kamen, deutlich zugenommen. Waren es 2018 gut 50.500 Menschen gewesen, so kamen im vergangenen Jahr gut 74.600 aus der Türkei. Die Registrierlager auf den Inseln Lesbos, Chios, Samos, Leros und Kos sind für nur rund 7500 Menschen gebaut und heillos überfüllt. Die Menschen leben dort unter miserablen Bedingungen.

RND/dpa