„Green City“ zeigt das Ruhrgebiet zwischen Infrastruktur und Natur

Ausstellung in Oberhausen

Die Farbenlehre des Potts kennt inzwischen fast nur noch Grün. Das graue Ruhrgebiet gibt es längst nicht mehr. Diesen Aspekt will die Oberhausener Ludwiggalerie in seiner neuen Ausstellung "Green City - Geformte Landschaft - Vernetzte Natur" deutlich machen - und gewährt vertraute und gleichzeitig verblüffende Perspektiven auf das vernetzte Ruhrgebiet.

OBERHAUSEN

, 07.05.2015, 15:23 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Luftbilder von Rita Rohlfing zeigen Autobahnkreuze im Ruhrgebiet.

Die Luftbilder von Rita Rohlfing zeigen Autobahnkreuze im Ruhrgebiet.

Das Foto einer Kuh unter der mächtigen A40-Brücke ist so eine erstaunliche Entdeckung der Ausstellung. Das Foto von Sebastian Mölleken zeigt die Verbindung zwischen Natur und Infrastruktur, ein Kontrast, der gerade im dicht besiedelten Ruhrgebiet kein seltener Anblick ist.

"Es ist eine vom Menschen manipulierte Landschaft", sagt Kuratorin Nina Dunkmann, die für die Ausstellung Künstler aus der Region, aber auch solche von außerhalb ins Boot holte. "Gerade der Außenblick aufs Ruhrgebiet ist ein Interessanter", sagt sie.

Natur kommt zurück

Und der zeigt auf künstlerische Art und Weise nicht nur, wie der Mensch die Umwelt manipulierte, sondern auch, wie sich die Natur ihren Raum zurückerobert und in Harmonie mit dem vom Menschen geschaffenen lebt. Wolfgang van Triels Fotoserie "Collateral Damage" ist so ein Beispiel. Da wachsen Bäume aus Betonplatten, an anderer Stelle sieht eine verlassene Tankstelle aus, als sei sie vom Urwald verschluckt worden. Es ist überraschend, wie viele neue Einblicke die Ausstellung aufs Ruhrgebiet gewährt.

Autobahnkreuze

Auf Autobahnkreuze etwa. Im Alltag nervige Stau-Alarmzonen, in der Kunst aus der Luft fotografiert wahre Augenweiden. Erst recht, wenn sie von Wald- und Stadtlandschaften umringt sind. Bemerkenswert ist auch, was Dominik Asbach aus dem eher schäbigen Emscherkanal macht - seine Fotos zeigen teilweise spießige Symmetrien, die beim Besuch vor Ort wohl unter dem Gestank des Abwassers vernebelt würden.

Aufgeteilt in die Bereiche Straße, Monument, Wasserwege, Ökosystem Stadt und Energie stellt die Ausstellung das Schöne im Schäbigen heraus, hebt sogar den Zeigefinger, wo sie auf Themen wie Ökologie und Umweltschutz aufmerksam machen will. Und sie ist zum Teil sogar skurril, zum Beispiel in Form der Gemälde Klaus Geigles, die überfahrene Tierkadaver zeigen - mal ein anderes, trauriges, Aufeinandertreffen zwischen Mensch und Natur. "Green City" ist nunmal eine Ausstellung, die einen ehrlichen Blick auf die geformte Landschaft des Ruhrgebiets wirft.

Ludwiggalerie Oberhausen: „Green City: Geformte Landschaft - Vernetzte Natur“, bis 13. September, Konrad-Adenauer-Allee 46, Di bis So 11-18 Uhr. Führungen für Kinder und Jugendliche sind möglich. Informationen unter Tel.: (0208) 4 12 49 28

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