Golfhalle Münsterland: Corona-Pandemie trifft Sport-Angebote mit voller Härte

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Die Corona-Krise wirkt sich massiv auf Sport-Angebote, wie die gerade erst eröffnete Golfhalle Münsterland aus. Betreiber Joachim Striewisch stellt sich auf eine lange Zwangspause ein.

Nordkirchen

, 23.03.2020, 14:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Fast viereinhalb Monate lang lief das Geschäft für Joachim Striewisch (60) sehr gut. Der Nordkirchener hatte Ende 2019 seine Indoor-Golfhalle eröffnet. An mehreren Stationen können dort Golfer und solche, die den Sport einmal ausprobieren möchten, virtuell Golf spielen.

Seit dem 16. März ist damit erst einmal Schluss. Die Corona-Pandemie hat Bundes- und Landesregierung zu drastischen Einschnitten in das öffentliche Leben gezwungen. Mittlerweile sind schon Gruppen von drei Personen zu viel.

Striewisch stellt sich auf lange Pause ein

Die Golfhalle Münsterland Am Gorbach hat geschlossen und Joachim Striewisch stellt sich darauf ein, dass er erst lange nach den Osterferien wieder öffnen kann.

„Die Lage ist richtig schlecht“, sagt Striewisch. Neben der Golfhalle ist auch sein Golfshop in Münster von der Zwangsschließung betroffen. Ein Lieferservice, wie ihn andere Geschäfte teilweise anbieten, ist für den Nordkirchener keine Option. Dazu müsste er die erforderliche Infrastruktur erst einrichten. Sowieso wüsste er nicht, wer derzeit Golfzubehör kaufen würde. Die Plätze sind genauso geschlossen, wie seine Indoor-Golfanlage.

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Gerade, dass Golfplätze geschlossen bleiben müssen, hält Striewisch für Unsinn. „Gerade beim Golf hält man doch viel Abstand“, argumentiert er. Golfer könnten einzeln auf die Plätze gelassen werden. „Man hätte einen Abstand von 200 Metern zueinander“, sagt Striewisch. „Ich treffe mehr Leute beim Tanken oder auf dem Supermarkt-Parkplatz, als beim Golfen“, fügt er hinzu.

Ihn ärgert, dass vieles pauschal verboten würde, ohne sich um Details zu kümmern. Dass Golfen zurzeit nicht erlaubt ist, Laufen und Radfahren dagegen schon, ergibt für ihn keinen Sinn. „Ich hätte mir gewünscht, dass die Politik genauer hingesehen hätte.“ In seinen Augen müsste es einen Sportbeauftragten geben, der die Entscheider berät und dabei hilft, Sportarten unterschiedlich zu betrachten.

„Das Administrative ist abgearbeitet“

Den erzwungenen Leerlauf, hat Joachim Striewisch dafür genutzt, um Papierkram abzuarbeiten, die Halle zu reinigen und das Lager aufzufüllen. „Das Administrative ist abgearbeitet“, sagt er eine Woche später. „Wenn ich die Erlaubnis hätte, könnte ich morgen wieder Golfer empfangen.“

Dem Unternehmer bleibt jetzt nichts anderes übrig, als abzuwarten und den weiteren Verlauf der Corona-Krise genau zu beobachten. Ein Ende ist noch lange nicht in Sicht, befürchtet Striewisch: „Jetzt schauen alle auf den 19. April. Daran glaube ich aber nicht.“ Er fürchtet, dass sich die Krise noch bis in den Mai, vielleicht sogar bis Ende Mai hinziehen wird.

Das ganze wirtschaftliche Ausmaß der Corona-Pandemie werde sich erst noch zeigen, ist sich Joachim Striewisch sicher.

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