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„Girl On The Train“ ist Durchschnittskost

Neu im Kino

Wenn Glamour-Stars Verzweifelte, Gestrauchelte, Gezeichnete spielen, darf man gespannt sein. Wie schlägt sich Emily Blunt als depressive Alkoholikerin? Als Frau ohne Halt, die nach dem Scheitern ihrer Ehe bei einer Freundin unterkroch?

26.10.2016 / Lesedauer: 2 min
„Girl On The Train“ ist Durchschnittskost

Emily Blunt spielt in „Girl On The Train“ die depressive Alkoholikerin Rachel.

Gar nicht mal schlecht. Klar, der Maskenbildner tut seinen Teil, damit Blunts Rachel derangiert aussieht, aber den flackernden Blick, das Unstete und Getriebene der Figur muss sie spielen, und es wirkt durchaus glaubhaft und manchmal richtig anrührend.

Rachel ist das "Girl On The Train" im Film von Tate Taylor ("The Help") - das Mädel im Zug, das täglich an ihrem alten Haus und ihrem früheren Leben vorbeifährt.

Heute wohnt Anna dort (Rebecca Ferguson), sie ist mit Rachels Ex-Mann Tom (Justin Theroux) verheiratet, mit dem sie ein Kind hat. Für Rachel sind sie das perfekte Paar, was ihr Gefühl von Verlust und Versagen nur schlimmer macht. Also trinkt sie sich durch den Tag.

Melodram und Krimi

Manchmal wacht Rachel groggy auf, weiß nicht, wie sie von A nach B kam, Blackout und Filmriss. Später hört sie, sie habe Tom eine Szene gemacht und Gott-weiß-was. Bis hier ist der Film (nach dem Bestseller von Paula Hawkins) ein Melodram. Zum Krimi wird er, als das Kindermädchen von Tom und Anna verschwindet.

Die Polizei befragt auch Rachel, weil sie in der Nähe des Hauses gesehen wurde, sturzbetrunken. Rachel weiß nicht mehr viel, doch eines genau: Vom Zug aus hat sie die Nanny gesehen, wie sie auf der Veranda des Hauses einen Mann küsste.

Tage später ein Fund im Wald: Die junge Frau ist tot. Auftakt eines Verwirrspiels mit trunksüchtiger Zeugin, Irrfährten, Verdächtigungen und einem Dickicht aus Rückblenden, denen (Trick 17!) nicht zu trauen ist.

Emotionales Zentrum

Das Drehbuch zündet viele Nebelkerzen, hinter dichtem Qualm warten Täter und Motiv, wie sie läppischer kaum sein können. Ach, so simpel? Die Geschichte trägt dünne feministische Tünche.

Als Thriller ist sie allenfalls Mittelklasse, in Emily Blunt hat sie immerhin ein emotionales Zentrum.