Gewaltandrohungen versetzen US-Wahlhelfer in Panik

Wahlen in den USA

Während Donald Trump angeblichen Wahlbetrug beklagt, wächst die Sorge um das Personal in Wahlzentren. In Nevada werden die Sicherheitsvorkehrungen erhöht. Vor etlichen Auszählzentren haben sich Trump-Anhänger versammelt..

Washington

06.11.2020, 05:55 Uhr / Lesedauer: 1 min
Anhänger von US-Präsident Trump protestieren gegen die Abstimmung im Bundesstaat Nevada vor dem Clark County Election Department.

Anhänger von US-Präsident Trump protestieren gegen die Abstimmung im Bundesstaat Nevada vor dem Clark County Election Department. © picture alliance/dpa

Wahlbehörden in einigen US-Staaten machen sich angesichts von Gewaltandrohungen und wütenden Protesten zunehmend Sorgen um ihr Personal. Rund um relevante Büros im Bezirk Clark County im Staat Nevada seien Sicherheitsmaßnahmen verschärft worden, teilte Joe Gloria, ein örtlicher Beamter, am Donnerstag mit. Autos, die am Gebäude der Wahlbehörde eintreffen oder von dort wegfahren, würden zudem erfasst.

„Ich kann Ihnen sagen, dass meine Frau und meine Mutter sehr besorgt um mich sind“, ergänzte Gloria. Doch er und seine Kollegen würden sich nicht davon abhalten lassen, ihre Pflicht zu tun und Stimmen auszuzählen.

Anhänger von Präsident Donald Trump haben sich vor Auszählzentren in Städten wie Phoenix, Detroit und Philadelphia versammelt und dabei die vom Amtsinhaber ausgegebene Parole „Stop the Count“ skandiert. In umkämpften Staaten, in denen sich eine Führung oder Stimmenzuwächse für den demokratischen Herausforderer Joe Biden abzeichnen, wittern Trump und seine Unterstützer Wahlbetrug.

Justizministerin: Belästigungen und Bedrohungen müssen aufhören

Zwar gab es bisher keine Gewalt bei den Demonstrationen, deren Größe zudem aktuell überschaubar ist. Doch seien die anhaltenden Vorwürfe eine massive Belastung, klagen Mitarbeiter in Wahlzentren. Die Justizministerin von Michigan, Dana Nessel, richtete via Twitter einen Appell an die Bevölkerung: Man solle aufhören, ihr Personal mit Anrufen zu belästigen und zu bedrohen, schrieb die Demokratin.

Dass Mitarbeiter aufgefordert würden, sich „Filzstifte in unangenehme Stellen zu schieben“, sei unangemessen und zeige, in welch traurigem Zustand sich das Land befinde.

Damit meinte Nessel eine falsche Behauptung, wonach Trump-Anhänger gebeten worden sein sollen, ihre Wahlzettel mit „Sharpies“ (Name einer Filzstift-Marke) statt mit Kugelschreibern auszufüllen, damit ihre Stimmen von den Wahlgeräten nicht erfasst werden könnten.

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