"Get Smart": Chaoten wollen Atombombe zünden

Allem Anschein nach kommt "Get Smart", Peter Segals Kinoversion der 1965 erstmals in den USA ausgestrahlten Fernsehserie "Mini Max", ein paar Jahre, wenn nicht gar ein paar Jahrzehnte zu spät.

von Von Sascha Westphal

, 21.07.2008, 17:56 Uhr / Lesedauer: 1 min
Steve Carell und Anne Hathaway in der Agentenkomödie ?Get smart?, einer Hommage an die US-Serie?Mini Max?.

Steve Carell und Anne Hathaway in der Agentenkomödie ?Get smart?, einer Hommage an die US-Serie?Mini Max?.

Allem Anschein nach kommt "Get Smart", Peter Segals Kinoversion der 1965 erstmals in den USA ausgestrahlten Fernsehserie "Mini Max", ein paar Jahre, wenn nicht gar ein paar Jahrzehnte zu spät.

Der Anachronismus eines heutigen "Get Smart"-Films ist auch Segal und seinen Autoren Tom J. Astle und Matt Ember bewusst. Also sind sie in die Offensive gegangen. Das beginnt bei der Besetzung des Agenten 86, der nur in den aktiven Dienst als Control-Agent aufgenommen wird, weil fast alle anderen Agenten vom Gegner, der Spionage- und Verbrecherorganisation Chaos, enttarnt wurden. Bei Steve Carell ist Maxwell Smart kein heilloser Trottel, sondern ein brillanter Analytiker. Die Komik des Films erwächst vor allem aus Max' für das Genre revolutionären Idee, dass auch die Bösen normale Menschen sind und Gefühle haben. Steve Carell und Anne Hathaway, die die Agentin 99, Maxwells Partnerin wider Willen, spielt, sind deshalb grandios in diesen Rollen, weil sie nicht den Besetzungsklischees vieler anderer Parodien entsprechen. So wird aus der Genreparodie eine moderne Agentenkomödie.

Vor diesem Hintergrund funktioniert sogar die Grundkonstellation des Films: Siegfried, der von Terence Stamp gespielte Kopf von Chaos, will in Los Angeles eine Atombombe zünden und damit den amerikanischen Präsidenten (James Caan) töten.

Der Witz dabei liegt darin, dass im amerikanischen Kino eine nostalgische Sehnsucht nach den klaren Frontlinien des Kalten Krieges grassiert. Aber die waren nie (moralisch) eindeutig, und so kann "Get Smart" die Absurdität eines Films wie "Der Krieg des Charlie Wilson" offenbaren.

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