Gerüstbaufirma provoziert mit „Führerhaus“-Aufkleber an Fahrzeug

Rechtsextremismus

„Diesen Bus steuert ein Deutscher Fahrer“ – dieser Zettel in einem Bus in Dresden sorgte im Dezember für Aufregung. Ein Aufkleber „Führerhaus“ in Mecklenburg-Vorpommern provoziert jetzt wieder.

Neukloster

07.01.2020, 09:42 Uhr / Lesedauer: 1 min
Gerüstbaufirma provoziert mit „Führerhaus“-Aufkleber an Fahrzeug

Mit diesem Zettel provozierte ein Busfahrer in Dresden - jetzt geht es um einen LKW-Aufkleber in Mecklenburg-Vorpommern. © picture alliance/dpa

„Führerhaus – Fahrer spricht Deutsch“, ein Aufkleber mit diesen Worten, gedruckt in Frakturschrift, ist im Dezember an einem Lkw einer Gerüstbaufirma in Neukloster (Mecklenburg-Vorpommern) gesichtet worden.

Wie die „Ostsee-Zeitung“ berichtet, zeige der Aufkleber für den Beobachter des Fahrzeuges eine „perfide Art von Nazi-Propaganda“. In den vergangenen Monaten sorgten bundesweit ähnliche Hinweise an verschiedenen Fahrzeugen für Aufsehen.

Gemäß weiteren Angaben der „Ostsee-Zeitung“ will die Gerüstbaufirma den Vorfall prüfen – bislang wollte sich noch kein Verantwortlicher zu dem fragwürdigen Aufkleber auf einem der Lkw äußern.

In einer Stellungnahme per Mail heißt es jedoch: „Wir verbreiten kein rechtsextremes Gedankengut. Wir beschäftigen seit Jahrzehnten Mitarbeiter mit Migrationshintergrund bzw. arbeiten mit Menschen verschiedenster Nationalitäten und Religionen zusammen.“ Und weiter: „Die Fahrzeuge werden wir gern im neuen Jahr überprüfen lassen.“ Wie der Aufkleber auf den Wagen gekommen ist, bleibt unklar.

Ähnlicher Fall in Dresden

Die Intention des Aufklebers hingegen ist deutlich – und kein Einzelfall. „Diesen Bus steuert ein Deutscher Fahrer“ – ein Zettel mit dieser Aufschrift war im Dezember in einem Bus der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) zu lesen.

Der Fall sorgte bundesweit für Aufsehen und löste heftige Diskussionen aus. Laut DVB darf der Fahrer inzwischen keine Busse mehr fahren. Auch weitere ähnliche Fälle wurden publik. Nichtsdestotrotz: Verboten sind Aufkleber dieser Art nicht. Über einschlägige Onlinehändler sind sie einfach zu bestellen.

RND/Michaela Krohn/Kerstin Schröder

Lesen Sie jetzt