Gereon Krebber zeigt die coolste Schau des Jahres

Museum DKM in Duisburg

Die Kunst von Gereon Krebber im Museum DKM in Duisburg ist extrem unterschiedlich - hat aber ein gemeinsames Prinzip. Alle Arbeiten sind dem Betrachter etwas widerlich. Und das macht die Schau zur coolsten Ausstellung des Jahres 2016.

DUISBURG

, 27.12.2016, 15:12 Uhr / Lesedauer: 1 min
Gereon Krebber zeigt die coolste Schau des Jahres

Seltesame Riesen-Kunstwerke zeigt Gereon Krebber in seiner Ausstellung „antagomorph“ im Museum DKM in Duisburg.

"antagomorph" heißt die Schau. Die Wortschöpfung des Wahl-Kölners meint die Gegensätze (Antagonismen) in der Gestalt (Morphologie) seiner Kunstwerke. Tatsächlich bestehen die Mauern der Werke "Steady" und "Ready" (beide 2014) scheinbar aus braunen Würmern, in Wirklichkeit aber aus Polyurethan und hartem Epoxidharz.

Aber das ist nicht der erste Gedanke, der einem in den Sinn kommt. Als Erstes denkt der Betrachter: "Boah, ist das eklig!"

Wischmops mit rätselhaftem Dreck

Seltsame Spinnenkokons hängen an der Wand oder liegen auf dem Boden. Wischmops mit rätselhaftem Dreck hängen von Gestellen. Unter einer Riesen-Woge aus Folie ("Ynx") denkt man an Tsunamis - und ist schon froh, dass im nächsten Raum "nur" eine Art Teig aus den Lüftungsöffnungen quillt.

Einen Raum weiter ist es grüner Glibber ("Endo"/ "Ekto"). Der Kultfilm "Blob" lässt grüßen.

Wenig Wohlgefühl

Wohlgefühl geht anders. Aber es ist eben die Qualität dieser 19 Kunstwerke, es dem Betrachter ungemütlich und unangenehm zu machen. Die Erwartung des Betrachters, im Museum das Wahre, Gute und Schöne zu sehen, wird unterlaufen.

Stattdessen eröffnet sich uns eine dunkle Welt des Fiesen und Unheimlichen, so als ob unsere Ängste oder Albträume Gestalt angenommen hätten.

Geisterbahn der Kunst

Eine Geisterbahn der Kunst - aber auch eine höchst eigenständige Welt noch nie gesehener Formen. Der kreative Herr Krebber, der schon als junger Künstler ein Krokodil aus Bau-Schaum in die Emscher setzte, nutzt dazu ganz alltägliche Materialien (die allerdings in Unmengen): Klebeband, Folie, Gips, Gelatine oder Zuckerguss.

Wie einmalig das Werk des 1973 in Oberhausen geborenen Bildhauers ist, hat auch die Kunstakademie Düsseldorf gemerkt und ihn 2012 zum Professor gemacht. Im gleichen Jahr schuf er auch den "Blobster für Buer", eine Skulptur in Gelsenkirchen. "antagomorph" ist seine erste Überblicksausstellung, in der er sich in sieben Räumen auf fast 500 Quadratmetern auch als Meister der Inszenierung beweist.

Museum DKM in Duisburg: "antagomorph", bis 5.3.2017, geöffnet nur Sa/So 12-18 Uhr und jeden ersten Freitag im Monat 12-18 Uhr, Eintritt 10 Euro (gilt fürs ganze Haus). Das riesige Museum der Privatsammler Dirk Krämer und Klaus Maas verzichtet auf Beschriftungen. Das macht die Räume ästhetisch faszinierend, den Besuch aber auch etwas anstrengend.