Geiselnahme in der JVA Münster – Täter erschossen – Häftling wäre bald entlassen worden

JVA Münster

Bei einer Geiselnahme in der JVA Münster gab es einen Großeinsatz der Polizei. Ein Häftling hatte eine Geisel genommen. Der Täter ist tot, die Geisel blieb unverletzt.

Münster

, 16.10.2020, 09:41 Uhr / Lesedauer: 1 min
In der JVA in Münster hat es am Donnerstagmorgen eine Geiselnahme gegeben.

In der JVA in Münster hat es am Donnerstagmorgen eine Geiselnahme gegeben. © picture alliance/dpa

In der JVA Münster hat ein Häftling eine Geisel genommen und bedroht. Der Täter starb, er wurde bei dem Polizeieinsatz erschossen. Das bestätigte das NRW-Innenministerium. Bei der Geisel hat es sich laut Justizministerium um eine 29-jährige Auszubildende der Justizvollzugsanstalt gehandelt.

Die Frau sei körperlich „nahezu unverletzt“, sagte ein Sprecher des Justizministeriums am Freitag. Man kümmere sich nun intensiv um die Frau. Gleichzeitig drückte der Sprecher des Justizministeriums sein Beileid für den 40 Jahre alten Häftling aus, der bei der Geiselnahme von der Polizei erschossen wurde: „Wir sind in Gedanken bei den Angehörigen.“

NRW-Justizminister Peter Biesenbach (CDU) selbst dankte „sowohl allen Mitarbeitern im Vollzug als auch den Polizeibeamten für ihren Einsatz.“ Er bedauere den Tod des Strafgefangenen. „Ich bin aber auch erleichtert über die geringen Verletzungen der 29-jährigen Bediensteten. Wir bieten ihr jegliche Hilfe an, um mit dem tragischen Vorfall fertig zu werden“, sagte er der Deutschen Presseagentur.

Polizei: Situation war lebensgefährlich für die Geisel

Ein Polizeisprecher sagte gegenüber den Westfälischen Nachrichten, die Situation sei die gesamte Zeit der Geiselnahme für die 29-Jährige „brandgefährlich, lebensgefährlich“ gewesen. Der Täter sei „absolut unzugänglich“ gewesen, man habe keinen Kontakt aufnehmen können. Er sei „psychisch sehr instabil“ gewesen.

Der Häftling soll nach Informationen der Bild-Zeitung die 29-Jährige mit einer Rasierklinge bedroht und einen Hubschrauber zur Flucht gefordert haben.

Der 40-Jährige habe in der JVA wegen Widerstand gegen die Polizei für vier Monate eingesessen. Er wäre in gut drei Wochen entlassen worden. Die Entlassung des Deutschen war laut Justizministerium für den 10. November vorgesehen.

Die Justizvollzugsanstalt (JVA) liegt mitten in der Stadt Münster. Umliegende Straßen waren gesperrt. Die Polizei warnte vor Verkehrsproblemen.


Mit dpa


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