Gedenken an Kriegsende: Putin und Merkel betonen Bedeutung des Erinnerns

Zweiter Weltkrieg

Russlands Präsident Putin und Bundeskanzlerin Merkel haben die Bedeutung des Erinnerns hervorgehoben. Zum 75. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges haben die beiden miteinander telefoniert.

Berlin/Moskau

08.05.2020, 20:28 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bundeskanzlerin Angela Merkel (re.) und Russlands Präsident Wladimir Putin.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (re.) und Russlands Präsident Wladimir Putin. © picture alliance/dpa

Kanzlerin Angela Merkel und Kremlchef Wladimir Putin haben zum 75. Jahrestag der Befreiung Europas vom Hitler-Faschismus die Bedeutung des Erinnerns hervorgehoben. Für Russland und Deutschland habe der Tag eine besondere Symbolik, erklärte der Kreml am Freitag nach einem Telefonat der beiden.

Im Zweiten Weltkrieg hatte Hitler-Deutschland 1941 die Sowjetunion überfallen. „Heute sind Russland und Deutschland Partner bei der Lösung vieler aktueller internationaler Probleme“, teilte der Kreml mit.

Putin und Merkel hätten die Absicht bestätigt, die Beziehungen konstruktiv zu gestalten. „Die Erinnerung an den Krieg und seine Schrecken müssten für alle Zeit wachgehalten werden“, erklärte die Bundesregierung.

Putin zum österreichischen Volk: „Liebe Freunde! Grüß Gott!“

In Österreich wandte sich Putin auf Einladung von Kanzler Sebastian Kurz per Videobotschaft an das Volk. Er wählte die Anrede: „Liebe Freunde! Grüß Gott!“

Während in Deutschland der Tag der Befreiung begangen wird, feiert Russland an diesem Samstag den Tag des Sieges der Sowjetunion – einen Tag später, weil bei der Kapitulation der Wehrmacht am 8. Mai 1945 in Moskau schon der neue Tag angebrochen war. Die Sowjetunion hatte mit 27 Millionen Toten die meisten Opfer in Europa im Weltkrieg.

Putin wies in einem Fernsehinterview einmal mehr eine Schuld der Sowjetunion am Ausbruch des Zweiten Weltkriegs zurück. Deutschland habe die Sowjetunion angegriffen und nicht umgekehrt. Alles andere sei „Blödsinn“, sagte er.

Putin würdigt Rolle der Anti-Hitler-Koalition

Putin verschickte nach Kremlangaben auch mehrere Glückwunschschreiben an Staats- und Regierungschefs zur Erinnerung an die Opfer. Der Sieg sei damals gemeinsam errungen worden, hieß es mit Blick auf die früheren Sowjetrepubliken.

In Schreiben an die USA, Großbritannien und Frankreich würdigte Putin die Rolle der Anti-Hitler-Koalition im gemeinsamen Kampf um den Sieg. Die Erfahrung der Zusammenarbeit von damals sei auch heute gefragt, unterstrich er mit Blick auf die Corona-Pandemie.

Militärparade in Russland wegen Corona abgesagt

Wegen Corona sagte Putin die größte Militärparade der russischen Geschichte für diesen Samstag ab. Sie soll später nachgeholt werden. Putin und Merkel vereinbarten nach Kremlangaben auch gegenseitige Unterstützung im Kampf gegen die Corona-Pandemie.

Anders als in Deutschland verschärft sich die Lage in Russland massiv. Der tägliche Zuwachs an registrierten Fällen liegt hier bei mehr als 10 000.

RND