Freitag, der 13. – Was steckt hinter dem Unglückstag?

Aberglaube

Freitag, der 13., gilt als größter Unglückstag des Jahres. Viele Menschen hängen dem Aberglauben an und vermeiden es, an dem Tag wichtige Dinge zu erledigen. Woher kommt das?

13.11.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 4 min
Manch abergläubiger Mensch verlässt am Freitag, den 13. noch nicht einmal das Haus.

Manch abergläubiger Mensch verlässt am Freitag, den 13. noch nicht einmal das Haus. © picture alliance/dpa

An einem Freitag, den 13., sollten keine großen Entscheidungen getroffen oder Risiken eingegangen werden, denn das kann ja nur schlecht ausgehen. Zumindest besagt das der althergebrachte Volksglaube. Aber handelt es sich beim unbeliebtesten Tag des Jahres wirklich nur um einen Aberglauben oder geschehen wirklich mehr Unglücke an diesem Datum?

Woher stammt der Aberglaube vom Freitag, den 13.?

Der Glaube, dass ein Freitag, der auf den 13. des Monats fällt, Unglück bringt, stammt aus der Kombination der Zahl 13 und dem Wochentag Freitag. Beide haben im Volksglauben einen schlechten Ruf. Treten sie zusammen auf, ist das symbolische Unheil quasi vollkommen.

Das Christentum prägte das Bild des Freitags in westlichen Kulturkreisen maßgeblich. Jesus wurde an einem Freitag gekreuzigt, sein Tod wird am Karfreitag betrauert. Noch bis heute pflegen gläubige Christen das Freitagsopfer, um seiner zu gedenken.

Die Zahl 13 trägt ihren schlechten Ruf vor allem deshalb, da sie direkt auf die Zwölf folgt. Das Dutzend spielt in der christlich-abendländischen Kultur eine entscheidende Rolle. Ein Jahr besitzt zwölf Monate und ein Tag zweimal zwölf Stunden. Passend dazu gibt es zwölf Sternzeichen. Jesu Christi versammelte zwölf Jünger um sich. Da die 13 dieses bewährte Konzept bricht, gilt sie als Unglückszahl.

13 Fakten zu Freitag, dem 13.

Im Volksmund wird die 13 auch „das Dutzend des Teufels“ genannt. Der Nachfolger der harmonischen 12 hat einen schlechten Ruf – besonders an einem Freitag. Doch nicht nur bei Abergläubigen ist „Freitag, der 13.“ noch heute ein Tag, der mulmige Gefühle hervorruft. Mit diesen 13 Fakten können Sie sich die Zeit vertreiben, sollten Sie sich heute nicht aus dem Haus trauen.

1. Haben Sie es gewusst? Die erste deutsche Lottozahl ...

Am 9. Oktober 1955 läutet die 13 als allererste Zahl das deutsche Lotto „6 aus 49“ ein; sie wurde aber seither am seltensten gezogen. Achtung, Zufall: Die häufigsten Zahlen sind 6 und 49!

2. Freitag, der 13. - Was sagt die Statistik? Gibt es wirklich mehr Unfälle?

Entgegen dem Aberglauben sind Unfälle sogar seltener: Die Zurich Versicherung hat festgestellt, dass Freitage generell besonders schadensreich sind. Doch wenn es sich um einen 13. des Monats handelt, gibt es rund 10 Prozent weniger Meldungen.

3. Wurde Jesus an einem Freitag, den 13., verraten?

Das schlechte Omen stammt schon aus der Bibel: Nach christlicher Überlieferung wurde zum Beispiel Jesus Christus an einem Freitag ans Kreuz geschlagen, nachdem ihn am Vorabend Judas – der 13. Teilnehmer des Abendmahls – verraten hatte.

4. Unglückszahl 13 - Hinweise auch in der nordischen Mythologie

Nachdem Gott Loki als 13. in Walhalla auftaucht, stirbt Baldur, der Gott der Schönheit. Über die Erde legt sich Dunkelheit.

5. Quatorzième

Vielleicht ist daher der Job des „Quatorzième“ entstanden. Im 19. Jahrhundert stand mit dem „Vierzehnten“ zuweilen ein professioneller Extragast für Tischgesellschaften bereit. Die einzige Aufgabe: bei der Gästeanzahl die 13 vermeiden. Andernfalls müsse jemand sterben.

6. Der „Thirteen Club“ am Freitag, den 13. - ein Aberglaube herausgefordert

Gegen diesen Aberglauben-Bohei gründet sich Anfang der 1880er-Jahre in New York der mutige „Thirteen Club“ – natürlich an einem Freitag, dem 13. Stolz heißt es nach einem Jahr: Alle 13 Dinnergäste leben noch.

7. Freitag, der 13. – wieso ist er so häufig?

Der 13. eines Monats fällt am häufigsten auf einen Freitag. Das hat mit der Einführung des Gregorianischen Kalenders zu tun. Damals entscheidet der Papst, dass auf Donnerstag, den 4. Oktober 1582, gleich Freitag, der 15. Oktober, folgt. Wer von da an durchzählt, erkennt die Häufigkeit der vermeintlichen Unglückstage.

8. Wie oft ist Freitag, der 13. pro Jahr?

Jahr für Jahr muss man sich auf ihn einstellen. Mindestens einmal ist ein Freitag, der 13., ganz sicher dabei – höchstens jedoch dreimal. 2018 waren es zwei, und auch in diesem Jahr müssen sich Abergläubige noch einmal fürchten. Der 13. Dezember 2019 fällt ebenfalls auf einen Freitag.

9. Was bedeutet Freitag, der 13., in anderen Kulturen?

Nicht in allen Ländern und Kulturkreisen ist Freitag, der 13., ein Tag des Unglücks. Während die 13 etwa im deutschen Volksglauben auch als „Dutzend des Teufels“ bezeichnet wird, ist sie im Judentum eine Glückszahl. Sie symbolisiert für Gläubige den Namen Gottes. 13 Eigenschaften werden ihm zugerechnet. Der Gelehrte Maimonides formuliert 13 Glaubenssätze. Jungen werden in diesem Alter mit der Bar Mizwa in die Gemeinde aufgenommen. Auch in Japan wird die 13 eher als Glückszahl gesehen.

In Griechenland und Teilen Spaniens hat man dagegen Dienstag, den 13., als unheilbringend ausgemacht. Abergläubische Italiener wiederum bleiben lieber an einem Freitag, den 17., zu Hause.

Doch auch in Ländern, in denen kein bestimmter Tag als besonders unglückverheißend gilt, gibt es Aberglaube. In Südafrika soll zum Beispiel eine Katze, die nachts sehr lange miaut, ein besonders schlechtes Omen sein.

10. Im Sport gilt die 13 häufig als Unglückszahl

Auch Sportler sind abergläubisch: Über viele Jahre startete in der Formel 1 kein Rennfahrer mit der 13. In der Saison 2014 versuchte Pastor Maldonado dann doch mal sein Glück. Das Resultat: null Siege, nur zwei Punkte, Gesamt-16. Im offiziellen Triathlon wird nach dem Reglement keine Startnummer 13 vergeben.

11. Paraskavedekatriaphobie

Wer Angst vor Freitag, dem 13., hat, leidet womöglich an Paraskavedekatriaphobie. Die Bezeichnung ist wohl genauso wenig etwas für Leute, die sich vor Fremdwörtern fürchten. Abgeleitet wird sie von den griechischen Begriffen „paraskeue“ (Freitag), „dekatria“ (dreizehn) und „phobos“ (Angst). Manch einer wird aber auch einfach frei übersetzen: „besser im Bett bleiben“.

12. Ein Beispiel für Paraskavedekatriaphobie gefällig?

Als einer dieser Ängstlichen gilt Arnold Schönberg (1874–1951). Der Schöpfer der Zwölftonmusik kennzeichnete zum Beispiel den 13. Takt seines Chorwerks „Dreimal tausend Jahre“ mit 12a. Marotte oder Taktik? Richtig nachweisen lässt sich das nicht. Schon in der folgenden Komposition gibt es nämlich einen Takt 13. Vielleicht hat es einfach zur Legendenbildung beigetragen, dass der Komponist an einem 13. geboren wurde und an einem 13. starb. Irony sells!

13. Unglückszahlen in Gebäuden und Flugzeugen

In Hochhäusern wird die 13. Etage regelmäßig zur 14., Hotels verzichten zuweilen auf eine Zimmernummer 13 – alles, um abergläubische Menschen nicht abzuschrecken. In manchem Flugzeug kommt nach Reihe 12 gleich die 14 – etwa bei Lufthansa. Die Airline verzichtet auch auf Reihe 17. Die gilt in Italien als Unglückszahl.

RND