Freibad wegen Trinkwasserknappheit zeitweise dicht

Wetter Wasser

Bei der Hitze der vergangenen Tage laufen viele Rasensprenger im Dauerbetrieb - und Planschbecken über. Eine kleine Gemeinde in Ostwestfalen musste deshalb am Wochenende sogar die Notbremse ziehen,

Borgholzhausen

10.08.2020, 17:47 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wegen Wasserknappheit bleibt das Freibad im Kreis Gütersloh bis auf weiteres geschlossen.

Wegen Wasserknappheit bleibt das Freibad im Kreis Gütersloh bis auf weiteres geschlossen. © picture alliance/dpa

Wegen Trinkwasserknappheit ist im Kreis Gütersloh zeitweise ein Freibad geschlossen worden. Weil die Reserven leerzulaufen drohten, sei die Schließung zwischenzeitlich unausweichlich gewesen, hatte die Gemeinde Borgholzhausen auf ihrer Homepage mitgeteilt. Am Montag gab der Bürgermeister des Ortes in Ostwestfalen Entwarnung: Es sei gelungen, den Hochwasserbehälter mit Hilfe eines Leitungsverbundes mit den Nachbarstädten für solche Notfälle wieder zu füllen, sagte Dirk Speckmann (SPD). Das Freibad könne am Dienstag wieder öffnen.

Befüllen privater Pools untersagt

Ende vergangener Woche waren die Trinkwasservorräte so knapp geworden, dass ein Krisenstab zunächst das Befüllen privater Pools sowie das Bewässern von Grünanlagen mit Trinkwasser untersagt und anschließend das Freibad bis auf weiteres geschlossen hatte.

Die Appelle an die Bevölkerung, Wasser zu sparen, gelten aber weiter. In der anhaltenden Sommerhitze sei der Verbrauch deutlich gestiegen. Gleichzeitig seien zwei von drei Grundwasserbrunnen leergelaufen, erläuterte Speckmann. Unter anderem war am Wochenende vom Technischen Hilfswerk eine Notversorgung mit Wassertanks für das Altenheim der Gemeinde eingerichtet worden. 1400 Haushalte sind in Borgholzhausen an das städtische Trinkwassernetz angeschlossen.

In der kleinen niedersächsischen Gemeinde Lauenau waren am Wochenende die Speicher für Trinkwasser leergelaufen. Die Feuerwehr dort stellte Brauchwasser zur Verfügung, etwa für die Toilettenspülung. Der Bürgermeister dort hatte die Knappheit damit begründet, dass in der Corona-Krise mehr Menschen in der Sommerzeit daheim seien als sonst, so dass der Wasserverbrauch drastisch gestiegen sei.

Die ostwestfälischen Orte Löhne, Hille und Bad Oeynhausen bitten ihre Bevölkerung derzeit um sparsamen Umgang mit Trinkwasser. Dort hatte es im vergangenen Sommer Trinkwasser-Engpässe gegeben, weil dem Wasserbeschaffungsverband „Am Wiehen“ Kapazitäten fehlen. Bis ein neuer Wasserbehälter fertiggestellt ist, werden die Bürger über ein Ampelsystem gewarnt, wenn die Reserven wieder knapper werden. Inzwischen ist die Ampel auf gelb gewechselt und mahnt die Bürger den Trinkwasserverbrauch im Garten zu verringern - so zugespitzt wie im vergangenen Jahr sei die Situation allerdings nicht, hieß es.

Zunächst keine Wasserknappheit befürchtet

Große Wasserversorger in NRW befürchten auch bei anhaltender Hitze und Trockenheit zunächst keine Wasserknappheit. „Wir sind gut aufgestellt“, sagte etwa eine Sprecherin des Unternehmens Rheinenergie, das Haushalte in Köln und Umgebung mit Trinkwasser versorgt. Auch der Versorger Gelsenwasser sieht trotz des derzeit hohen Wasserverbrauchs keine drohenden Engpässe. Die Talsperren Haltern und Hullern, aus denen Gelsenwasser einen erheblichen Teil seines Bedarfs deckt, seien derzeit noch zu 68 Prozent gefüllt. „Das reicht noch eine ganze Weile“, sagte eine Unternehmenssprecherin. Gelsenwasser vorsorgt im nördlichen Ruhrgebiet und im Münsterland rund eine Million Menschen.

Der Wasserverbrauch habe bislang nicht ganz die Rekordwerte des vergangenen Jahres erreicht, sagte die Sprecherin. Am vergangenen Freitag habe die Angabe im Wasserwerk Haltern rund 355 000 Kubikmeter betragen. Im Juli vergangenen Jahres seien es bis zu 384 000 Kubikmeter gewesen.

Auch die Stadtwerke Münster vermeldeten am Montag einen deutlichen Anstieg des Wasserverbrauchs auf tägliche Verbrauchswerte zwischen 66 000 Kubikmetern am Freitag und 62 000 Kubikmetern am Sonntag. An einem Durchschnittstag seien es gerade mal 51 000 Kubikmeter. Die Spitzenwerte des vergangenen Jahres von 76 000 Kubikmetern blieben aber unerreicht.

dpa

Lesen Sie jetzt