Frankreich meldet fast 10.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden

Coronavirus

In Frankreich steigt die Anzahl der Infizierten mit dem Coronavirus deutlich an. In einigen Städten gilt jetzt bereits auf den Straßen eine Maskenpflicht.

Paris

11.09.2020, 10:48 Uhr / Lesedauer: 2 min
In Frankreich wollen sich immer mehr Menschen auf das Coronavirus testen lassen.

In Frankreich wollen sich immer mehr Menschen auf das Coronavirus testen lassen. © picture alliance/dpa

In Frankreich steigt die Zahl der Corona-Infizierten weiter und hat einen neuen Rekordwert erreicht. Binnen 24 Stunden wurden am Donnerstag 9843 neue Fälle von Covid-19 verzeichnet, wie die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf das Gesundheitsministerium meldete. Dies sei die höchste Zahl in Frankreich seit Beginn der Pandemie. Frankreich ist mit seinen rund 67 Millionen Einwohnern eines der am stärksten von Corona betroffenen Länder in Europa. An diesem Freitag will die Regierung über weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie beraten. Der wissenschaftliche Beirat forderte die Regierung zum Handeln auf.

Maskenpflicht gilt auch auf den Straßen

Viele Ärzte befürchten, dass die Intensivstationen im Herbst - wie bereits im März - überlastet sein könnten. Derzeit sind bereits große Versammlungen verboten. In einigen Städten sind Masken auf öffentlichen Plätzen und sogar auf den Straßen vorgeschrieben.

Das bisherige Maximum war Ende März mit rund 7500 neu erfassten Fällen binnen eines Tages vermeldet worden. Allerdings ist wie in vielen Ländern auch die Zahl der Tests immens gestiegen. Wie in anderen Staaten Europas stecken sich derzeit auch in Frankreich verstärkt junge Erwachsene mit Sars-CoV-2 an, nach Behördenangaben hauptsächlich bei Feiern und Urlaubsreisen. Als Risikogebiete gelten vor allem der Großraum Île-de-France mit der Hauptstadt Paris und die Region Côte d’Azur.

Reisewarnung für sechs Regionen – mit Paris und der Mittelmeerküste

Waren zunächst nur Paris und die Côte d’Azur betroffen, gelten seit dem 9. September Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes für sechs der 13 Regionen in dem europäischen Land:

  • Île-de-France
  • Provence-Alpes-Côte d’Azur
  • Auvergne-Rhônes-Alpes
  • Occitanie
  • Nouvelle-Aquitaine
  • Korsika

Damit gilt inzwischen die gesamte Mittelmeerküste als Corona-Risikogebiet, ebenso weite Teile der Atlantikküste im Süden des Landes. In den Risikogebieten befinden sich unter anderem auch die Hauptstadt Paris, Bordeaux, Marseille, Lyon, Nizza und Cannes.

Auch vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in die Überseegebiete Französisch-Guayana, Saint-Martin und Guadeloupe wird aufgrund hoher Infektionszahlen gewarnt.



Diese Orte in Frankreich sind aktuell kein Risikogebiet

Es gibt aktuell noch Gebiete in Frankreich, in denen ein Urlaub ohne Konsequenzen für Rückkehrer möglich ist. Dort gibt es bezogen auf die vergangenen sieben Tage durchschnittlich weniger als 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner. Nicht als Risikogebiet gelten derzeit sieben Regionen:

  • Bourgogne-Franche-Comté
  • Bretagne
  • Centre-Val de Loire
  • Grand-Est
  • Hauts-de-France
  • Normandie
  • Pays de la Loire

Doch auch dort steigen die Fallzahlen regional. Sorge bereitet unter anderem die Region Grand-Est, die an das Saarland in Deutschland grenzt. Dort steigen die Zahlen der Neuinfektionen kontinuierlich, die Sieben-Tage-Inzidenz beträgt inzwischen 30,2 (Stand: 11. September).

RND/gei

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