Flüchtlinge eingesperrt und gequält: Burbach-Prozess wird vertagt

Coronavirus

12 Angeklagte müssen sich vor dem Landgericht in Siegen wegen der Misshandlung von Flüchtlingen in der Notunterkunft von Burbach verantworten. Jetzt wurde der Prozess unterbrochen.

NRW

15.04.2020, 12:32 Uhr / Lesedauer: 1 min
Sicherheitskräfte (hinten) laufen auf dem Gelände des Flüchtlingsheim der ehemaligen Siegerland-Kaserne während Wäsche zum Trocknen über einem Zaun hängt. Der Mammutprozess um misshandelte Flüchtlinge in einer Notunterkunft in Burbach musste wegen der Corona-Krise unterbrochen werden.

Sicherheitskräfte (hinten) laufen auf dem Gelände des Flüchtlingsheim der ehemaligen Siegerland-Kaserne während Wäsche zum Trocknen über einem Zaun hängt. Der Mammutprozess um misshandelte Flüchtlinge in einer Notunterkunft in Burbach musste wegen der Corona-Krise unterbrochen werden. © dpa

Im Prozess um misshandelte Flüchtlinge in einer Notunterkunft in Burbach ist die Hauptverhandlung wegen des Coronavirus unterbrochen worden. Aufgrund der erforderlichen Infektionsschutzmaßnahmen könnten die Verhandlungen am Landgericht Siegen vorübergehend nicht fortgesetzt werden, teilte ein Sprecher am Mittwoch mit.

In dem Verfahren werde die Zeit praktisch an- und Fristen damit eingehalten. Das sei wichtig, um ein Platzen des Prozesses aus zeitlichen Gründen zu verhindern.

Flüchtling mussten in ein „Problemzimmer“

In der Landesunterkunft im Siegerland sollen Mitarbeiter Geflüchtete über Monate hinweg bis September 2014 in „Problemzimmer“ eingesperrt, gequält und geschlagen haben.

Das Gericht hatte in dem seit fast anderthalb Jahren laufenden Verfahren bereits zahlreiche Urteile gegen ursprünglich 38 Angeklagte gesprochen. Bisher gab es sechs Freisprüche, elf Verurteilungen und zwei Verfahrenseinstellungen.

Zwölf Personen sitzen im Hauptverfahren noch auf der Anklagebank. Die Fälle von weiteren sieben Angeklagten waren abgetrennt worden, sie sollen separat verhandelt werden.

dpa

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