"Fitte" Staatsbürger - Nordkirchener machen den Einbürgerungstest

NORDKIRCHEN Würden Sie eingebürgert werden? Nordkirchener Bürger erreichen beim spontanen RN-Test eine gute Quote. Manche Fragen bringen sie aber ganz schön ins Schwitzen.

11.07.2008, 16:22 Uhr / Lesedauer: 2 min
In der Bärenapotheke Nordkirchen bearbeiteten v.l. Johanna Weigand, Monika Bürger und Anna Michalek 15 Fragen aus dem neuen Einbürgerungstest.

In der Bärenapotheke Nordkirchen bearbeiteten v.l. Johanna Weigand, Monika Bürger und Anna Michalek 15 Fragen aus dem neuen Einbürgerungstest.

Vorweg: Bestanden hätten alle, die freiwillig an unserem kleinen Versuch teilgenommen haben. Insgesamt 20 Bewohner des Ortsteils haben wir mit 15 Fragen aus dem Test  konfrontiert – neun Männer und elf Frauen, quer durch alle Altersschichten.

Mit der Quote der richtig beantworteten Antworten können aber wohl auch alle anderen Nordkirchener leben. Im Durchschnitt wurden 11,5 von 15 Fragen richtig beantwortet.

Wo sitzt das Europa-Parlament?

Dennoch mussten viele schlucken, als sie die Fragen zu Gesicht bekamen. „Das müssen die alles wissen“, wurde ungläubig gefragt, auch ein: „Auweia, davon habe ich noch nie gehört“, rutschte einer Passantin heraus.

Wie ist die Amtsbezeichnung des Staatsoberhauptes der Bundesrepublik Deutschland? Wie heißt die Vereinigung von Abgeordneten einer Partei im Parlament? Nennen Sie drei Flüsse, die durch Deutschland fließen. Das ist nur eine Auswahl, der Aufgaben, die wir stellten.

Hier gab es in den meisten Fällen prompte und vor allem richtigen Antworten. Als Stolperstein stellte sich Frage 12 heraus: In welcher Stadt hat das Europäische Parlament seinen Sitz? Viele tippten hier auf die Antwort-Möglichkeit „Brüssel“, richtig ist aber Straßburg.

Niemand hat alles richtig

Und so gelang es leider niemanden, alles korrekt zu beantworten. Zwei Teilnehmer schafften aber starke 14 von 15 richtigen Antworten. Gleich zwei „Versuchs-Kaninchen fanden wir in der Bären-Apotheke.

Johanna Weigand und Filialleiterin Anna Michalek trauten sich und beantworteten die 15 Fragen mit großem Erfolg. „Die Fragen waren unterschiedlich. Manche waren schwerer, manche einfacher“, so die Filialleiterin. „Besonders die Frage zu Caspar David Friedrich fand ich heftig“, fügt Michalek hinzu.

Es war danach gefragt worden, welches Motiv der berühmte deutsche Maler auf seinem Bild, das eine Landschaft auf der Ostseeinsel Rügen zeigt, verwendete. Die Antwort: Kreidefelsen. Johanna Weigand kann ihrer Kollegin nur zustimmen und fügt grinsend hinzu: „Als ich nach der Arbeit nach Hause kam, habe ich erst einmal im Internet nach dem Einbürgerungstest gesucht, weil mich die Fragen sehr interessiert haben.“

Die Formel für den offiziellen Test: 17 von 33

Beide sind sich sicher, dass der Einbürgerungstest gemeistert werden kann, „wenn man ein bisschen dafür lernt und ein halbwegs gutes Allgemeinwissen besitzt“.

Beim offiziellen Einbürgerungstest bekommt der Teilnehmer 33 Fragen gestellt von denen er mindestens 17 richtig beantworten muss, um den Test zu bestehen. Sollte dies nicht geschafft werden kann der Test beliebig oft gegen eine Gebühr von 25 € wiederholt werden.

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