Film "Spielmacher" im Dortmunder Fußballmuseum gedreht

Ab 2018 im Kino

Es ist der Traum vieler Jungs, der in einen Albtraum kippen kann: Fußball-Profi und Kickergott wollen sie sein, landen aber leicht in den Fängen windiger Berater, die ihr eigenes Spiel abseits des Rasens aufziehen. In Dortmund wurden am Dienstag Szenen für den Kinofilm „Spielmacher“ gedreht.

DORTMUND

, 09.08.2017, 16:44 Uhr / Lesedauer: 2 min
Gleich drehen sie im Fußballmuseum: Frederick Lau (l.) spielt den Mentor des jungen Lukas (Mateo Wansing Lorrio).

Gleich drehen sie im Fußballmuseum: Frederick Lau (l.) spielt den Mentor des jungen Lukas (Mateo Wansing Lorrio).

Wir treffen das Filmteam vor dem Dortmunder Fußballmuseum, wo Regisseur Timon Modersohn mit seinen Hauptdarstellern Frederick Lau („Victoria“) und Meteo Wansing Lorrio ein kleines Streitgespräch inszenieren wird.

Vor Vitrinen mit Memorabilia legendärer Kicker diskutieren Ivo (Lau) und Lukas (Lorri), wer denn wohl größter Fußballer aller Zeiten sei, Messi oder Ronaldo? Keiner davon, wird Ivo, der ältere der beiden sagen: Diese Ehre gebühre Zinédine Zidane!

"Spielmacher" landet im Gefängnis

„Ivo ist für Lukas ein väterlicher Freund und Mentor“, erklärt Timon Modersohn die Konstellation seines Films. Lukas sei ein begnadeter Fußballer, den ein Scout zu einem Verein der Bundesliga locken wolle. Ivo aber warnt den Jungen, er weiß, dass nicht alles Gold ist, was glänzt: „Ivo stand selber vor dieser Entscheidung und hat sie bereut.

Er wagte den Schritt zu den Profis, kam unter die Räder, machte bei krummen Touren mit und landete im Gefängnis. Deshalb redet er Lukas ins Gewissen“, sagt Timon Modersohn, der auch in Wuppertal, auf Zollverein in Essen, in Castrop-Rauxel und Düsseldorf gefilmt hat.

„Ich wollte die Geschichte unbedingt im Ruhrgebiet ansiedeln. Weil es tolle Orte gibt, weil die Dichte von Erst- und Zweitliga-Teams hoch ist wie nirgends sonst, weil das Revier mit all seinen Problemen das richtige Flair hat“, merkt Modersohn noch an.

"Ich bin stolz, in Dortmund zu drehen"

„Ich bin stolz, in Dortmund zu drehen“, erzählt Frederick Lau. „Mein Opa war Borusse, ich bin BVB-Fan, mit Wotan Wilke Möhring fahre ich zu Auswärtsspielen. Absolut mein Verein, und heute Abend sind wir mit der Kamera im Stadion. Super!“

Als ein Ball aufgetrieben ist, zeigen Lau (27) und Lorri (19), dass sie mit der „Pille“ umgehen können. „Rasenszenen sind aber rar im Film“, stellt Produzent Alexander Bickenbach klar: „Unser Fokus liegt darauf, welchen Verlockungen 15-, 16-jährige Fußballtalente erliegen. Wir erzählen von den Schattenseiten des Profizirkus.

Es geht darum, wie man Teenager beschützt, stabilisiert, auf dem Boden hält. „Spielmacher“ ist keine sonnige Kickerballade, es wird eher ernst und dramatisch.“ 19 Drehtage im Revier, ein Budget von drei Millionen Euro, 400 000 Euro schoss die Filmstiftung NRW dazu. 2018 kommt der Film ins Kino.

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