Feuerwehrjubiläum: In den 30ern hält die Moderne Einzug

NORDKIRCHEN Sein 100-jähriges Jubiläum feiert der Löschzug Nordkirchen am 10. August mit einem Tag der offenen Tür. Viel ist in den vergangenen 100 Jahren geschehen. An einige Ereignisse erinnern wir in einer Serie. 1958 brannte der Dachstuhl im Kapellenflügel des Schlosses. Ein neues Löschgruppenfahrzeug half 1963 den Brand in einer Schreinerei zu löschen.

von Von Tobias Heitkamp

, 24.07.2008, 13:59 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Herzog von Arenberg stellte den Nordkirchenern zwei offene Fahrzeuge für den Transport zur Verfügung. Während des 2. Weltkriegs erhielten sie außerdem ein modernes Feuerwehrfahrzeug. Die spätere Umbenennung in Feuerlöschpolizei konnte der Wehr den Charakter einer Freiwilligen Feuerwehr nicht nehmen, denn jedes Mitglied sah es als Pflicht an, Hilfe am Nächsten zu leisten und tat dies auch freiwillig. Ab 1943 beteiligte sich die damalige Hitlerjugend am Feuerwehrdienst. Ihre Mitglieder wurden als Ersatz für die einberufenen Kameraden für den Feuerwehrdienst eingesetzt. Gegen Ende des Krieges musste sogar auf Frauen und Mädchen zurückgriffen werden. In den ersten Kriegsjahren beschränkte sich das Einsatzgebiet nur auf das Gebiet in und um Nordkirchen. Doch mit den andauernden Luftangriffen wurde das Einsatzgebiet immer größer. So kam es, dass die Nordkirchener Feuerlöschpolizei ins benachbarte Ruhrgebiet und nach Dülmen oder Münster ausrücken musste.

Nach Kriegsende und der damit verbundenen Rückkehr der Feuerwehrkameraden von der Front und aus der Gefangenschaft konnte die alte Kameradschaft wieder aufblühen. Erfreulich war außerdem, dass Fahrzeuge, Pumpen und weiteres Gerät noch gut erhalten war. In der Nachkriegszeit musste die Wehr eher selten ausrücken, so zum Beispiel im Februar 1953, als ein Dachstuhlbrand im Kapellenflügels des Schlosses brannte. Am 20. Juli 1958 konnte das 50-jährige Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Nordkirchen mit einem Kreisfest und einer Schnelligkeitsübung gefeiert werden. Im gleichen Jahr wurde auch das Protokollbuch wieder aufgenommen. 1963 erhielt die Feuerwehr, die bis dato ein Fahrzeug aus dem Jahre 1943 besaß, ein neues Löschgruppenfahrzeug.   Das Ereignis wurde feierlich mit einem Kreisfest eingeweiht. Das Fahrzeug bestand seine Feuertaufe bei dem Brand der Schreinerei Schäper im gleichen Jahr. 1965 finanzierte die Gemeinde ein weiteres Fahrzeug, diesmal handelte es sich um ein Tanklöschfahrzeug. Dieses Fahrzeug besaß einen Wassertank, somit konnte die Brandbekämpfung sofort nach der Ankunft beginnen. Ein Jahr später gab es erneut neue Ausrüstungsgegestände.

Die Kameraden erhielten ihre ersten Atemschutzgeräte, womit sie bei Bränden nicht mehr den giftigen Gasen ausgesetzt waren. Auf Grund der Lagerung von mehr als 1 000 Litern Heizöl im Inneren des Schlosses kam es im Jahre 1973 zur Schenkung eines Leichtschaumgenerators an die Freiwillige Feuerwehr durch die Landesfinanzschule, der den Floriansjüngern bei der Brandbekämpfung am Schloss helfen sollte. Er steht noch heute im Dienst der Feuerwehr. 

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