Feuerwehrjubiläum: Brennender Strohhaufen war der erste Einsatz

NORDKIRCHEN Sein 100-jähriges Jubiläum feiert der Löschzug Nordkirchen am 10. August mit einem Tag der offenen Tür. Viel ist in den vergangenen 100 Jahren geschehen. An einige Ereignisse erinnern wir in einer Serie. Im Dezember 1912 rückte die Wehr zu einem Brand am Schloss aus, an einem Kirmesmontag brannte der Hof Haverkamp fast völlig ab.

von Von Tobias Heitkamp

, 17.07.2008, 17:24 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ihr erster Einsatz war wenige Monate später: Am 21. Dezember brannte ein Strohhaufen. 1909 erhielt die Freiwillige Feuerwehr eine Satzung. Außerdem wurde den benachbarten Gemeinden kostenlose Löschhilfe zugesichert. Zum ersten Mal mussten sie am 7. Oktober 1910 nachbarschaftliche Hilfe leisten. An diesem Tag wurden die Nordkirchener Löschknechte zu einem Bauernhofbrand nach Ermen gerufen. Nun mussten die Feuerwehrmänner immer häufiger zu Brandeinsätzen, vor allem auf Höfen ausrücken. 1911 konnte ein Bauernhofbrand durch das rasche Eingreifen von 80 Männern schnell unter Kontrolle gebracht werden. Da der Transport der Spritzenwagen zu den Einsatzorten schwierig war, bat die Wehrführung die Gemeindeverwaltung um die Bereitstellung von Pferden der ansässigen Landwirte zum Transport. Die Gemeindeverwaltung willigte ein, so konnten die Spritzen nun komfortabler zum Einsatzort gebracht werden. Aufregung herrschte bei den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr Nordkirchen am 12. Dezember 1912. Sie wurden zum Schloss des Herzogs von Arenberg gerufen. Ein Eingreifen war zwar nicht mehr nötig, dennoch bedankte sich der Herzog mit einer Einladung in die Wirtschaft Lücke.

Für das Jahr 1914 hatte sich in Nordkirchen hoher Besuch angekündigt. Zur Ankunft des Kaisers sollten die Wehrmänner Spalier stehen. Doch wegen des ausbrechenden ersten Weltkriegs kam der Kaiser dann doch nicht nach Nordkirchen. Die Feuerwehrleute wurden angehalten, sich so weit wie möglich für den Wehrdienst zur Verfügung zu stellen. Letztlich wurden aber nur 20 der 80 Kameraden einberufen. Sie wurden mit Feldpostpaketen von den zu Hause gebliebenen Kameraden unterstützt. Auch vor der Feuerwehr machte der Krieg nicht halt. In den Reihen der Nordkirchener Wehr waren Ende 1915 Anfang 1916 die ersten Kriegsopfer zu beklagen. Wie im Jahr vorher entschieden sich auch jetzt die Kameraden, 100 Mark für Feldpostpakete für die Kameraden im Feld aufzuwenden. Eine große Lücke riss der erste Weltkrieg in die Reihen der Feuerwehr, sie wurde so gut wie eben möglich ausgefüllt. Konnte die Wehr damals 80 Mitglieder zählen, bestand sie zu Kriegszeiten nur aus 46 Einsatzkräften. 1919 wurden wieder zahlreiche neue Mitglieder in den Feuerwehrdienst aufgenommen. 1922 stellten die Kameraden während einer Übung irreparable Schäden an den Geräten fest. Die Feuerwehr bat den Träger, also das Amt Nordkirchen, um sofortige Behebung. Außerdem flossen nun jährlich 3000 Mark zu Gunsten der Wehr in den Gemeindeetat. Brandmeister Quante trat 1928 mit der Gemeindeverwaltung in Verhandlung um den Bau eines Steigerturms und die Beschaffung einer neuen Spritze.

Am traditionellen Kirmesmontag kam es zu einem schweren Brand auf dem Hof Haverkamp, dort konnten nur noch Vieh und Teile des Mobiliars gerettet werden, da die Wasserversorgung sehr schwierig war. 1929 trat Brandmeister Quante zurück, da er sich selbst nicht mehr in der Lage fühlte, die Wehr zu führen. Der damalige Bürgermeister Zurstiege stellte auf einer Versammlung eine Sirene zur Alarmierung der Einsatzkräfte in Aussicht. 1931 konnte der neue Steigerturm im Beisein von Landrat Dr. Stockhausen, des Bürgermeisters und Vertretern der Gemeindeverwaltung feierlich eingeweiht werden.

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